PM 1 18 Auftragsvergabe in der EU

PM 1/18: Auftragsvergabe in der EU Präsidentin der Bundesarchitektenkammer trägt Position im Europäischen Parlament vor

Berlin, 20.2.2018 - Mit dem Ziel, die Vergabe öffentlicher Aufträge effektiver zu gestalten und dadurch Wettbewerbsfähigkeit, Beschäftigung und Wachstum zu fördern, hat die Europäischen Kommission im Oktober 2017 ein Vergabepaket vorgelegt. Es umfasst Empfehlungen zur Umsetzung der 2014 überarbeiteten EU-Vergaberichtlinien. Der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz des Europäischen Parlaments veranstaltete nun am 19.2.2018 einen Workshop zu diesem Paket. In diesem Rahmen wurden auch die betroffenen Berufsgruppen angehört. Für die Europäische Architektenschaft legte die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer Barbara Ettinger-Brinckmann die Position des Berufsstandes dar. Wesentlich sei eine qualitätsorientierte Vergabe: „Wir haben weniger ein Regelungsdefizit als ein Umsetzungsproblem. Die Vergabekriterien sollten sich an einer umfassenden Betrachtung der Wirtschaftlichkeit orientieren. Diese wird in erster Linie durch die Qualität des Entwurfs bestimmt. Der Vergleich verschiedener Entwürfe, z.B. im Planungswettbewerb, garantiert den Zuschlag auf die bestmögliche und damit die wirtschaftlichste Lösung. Der Preis der Architektenleistung hat in der Gesamtbilanz von Investitionskosten und Lebenszykluskosten eines Gebäudes nur einen geringen Anteil. Ein niedriger Preis für die Planung kann am Ende zu höheren Gesamtkosten des Gebäudes führen. Eine qualitätvolle Planung ist Grundlage für wirtschaftliche, d.h. langlebige, ökonomische und ressourcenschonende Bauten.“

Ettinger-Brinckmann hob hervor, dass zur Qualitätssicherung Planungswettbewerbe für die Vergabe von Architektenleistungen in der Regel das am besten geeignete Verfahren seien. Sie zeigte sich erfreut, dass die Kommission in einem Leitfadenentwurf zu innovationsfördernder Vergabe auf Planungswettbewerbe verweise.

Sowohl Bundesarchitektenkammer als auch Architects´ Council of Europe (ACE) hatten sich zuvor an einer Konsultation zu innovationsfördernder Vergabe beteiligt. Diese ist Teil des Vergabepakets. Georg Pendl, Präsident des ACE äußerte bereits im Vorfeld: „Das Vergabepaket bietet dem Berufsstand eine gute Möglichkeit, seine gemeinsamen Ziele der Transparenz, des offenen Zugangs und des Marktzugangs kleiner und mittlerer Unternehmen einzubringen und auf Probleme hinzuweisen.“

Der Workshop diente der Vorbereitung des Initiativberichts, den das Parlament in den nächsten Monaten ausarbeiten wird. Vertreter aus Verbänden, Forschung und Verwaltung trugen vor den Abgeordneten des zuständigen Ausschusses ihre Positionen vor und brachten ihr Fachwissen in die Debatte ein.