PM 07/18: Chancengleichheit

PM 07/18: Stolper- und Meilensteine - Chancengleichheit in Architektur und Stadtplanung

Berlin, 17. September 2018 - Vor 100 Jahren haben Frauen das Wahlrecht errungen. Seither kämpften sie für die Abschaffung hierarchischer, geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung, für gleichberechtigte Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit und für den Zugang zu bis dahin nur Männern vorbehaltenen Berufen. Von den positiven Effekten dieser Errungenschaften durfte die gesamte Gesellschaft profitieren, sowohl sozialpsychologisch als auch wirtschaftlich.

Wo stehen die Frauen heute in der Architektur und Stadtplanung im Jubiläumsjahr des Wahlrechts?

Die Bundesarchitektenkammer setzte sich im Rahmen ihrer jährlichen Bundeskammerversammlung mit dem Thema der Geschlechtergerechtigkeit und der Umsetzung der Gleichstellung von Frau und Mann am vergangenen Freitag in Berlin auseinander. Zu Gast war die Geschäftsführerin des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen Claudia Große-Leege. Der Verband stäkt seit nunmehr 60 Jahren Frauen in der Wirtschaft: „Wir setzen uns für die Förderung von Frauen in Führungspositionen ein und machen Mut zum Schritt in die Selbständigkeit“.

Mit Blick auf die Fakten ist Mut-machen der richtige Ansatz. Denn heutzutage sieht es so aus, dass Frauen sieben Prozent weniger Gehalt bekommen als Männer bei gleicher Leistung. Außerdem kommen nur wenige Frauen oben an in den Spitzenpositionen und in der Lehre; Und nur wenige werden selber Büroinhaberinnen. Und das obwohl mehr als die Hälfte der Studierenden in Architektur und Stadtplanung  weiblich ist, und zwar seit Jahren. Was passiert auf dem Weg nach oben? Was steht der Gleichstellung im Wege? Unter welchen Bedingungen würde sich dieser Zustand verändern?

„Die Digitalisierung ist auf dem Weg, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so zu ermöglichen, wie es den jüngeren Generationen ganz selbstverständlich vorschwebt. Mit flexiblen Arbeitsmethoden kann dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden“, betont die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann. Damit Gleichstellung nicht mehr nur Ziel ist, sondern zum Zustand wird, rief sie die Delegierten auf, die Arbeit des Netzwerks zu unterstützen und eine Projektgruppe einzurichten, die sich diesen Fragen annehmen und Antworten finden soll.