Worum es geht

Worum es geht!

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Gelungene Bauwerke sind nie die Leistung eines Einzelnen. Die zunehmende Komplexität heutiger Bauaufgaben und die rasante Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen stellen
alle Planungsbeteiligten nicht nur vor neue technologische Aufgaben, sondern fordern auch das Selbstverständnis der einzelnen Disziplinen heraus.
Heute müssen Bauherren, Architekten und Fachplaner, hier insbesondere TA-Ingenieure und Tragwerksplaner, den Planungsprozess in enger Abstimmung gemeinsam gestalten. Architekten sind als unabhängige Sachwalter des Bauherrn auch für die Integration und Koordination sämtlicher Fachplanungen der Ingenieure zuständig. Ingenieure stehen in der Verantwortung für die umfassende technische Funktionalität des Bauwerks und entwickeln bedarfsgerechte Lösungen. Architekt und TA-Ingenieur – beide Berufe haben einen hohen Anspruch an Perfektion, der Architekt eher in gestalterischer, der TA-Ingenieur eher in technischer Hinsicht. In der Zusammenarbeit trifft kreative Freiheit auf normierte Präzision, ganzheitliche Betrachtungsweise auf technische Detailgenauigkeit. Beides ist für gute Architektur und Ingenieurbaukunst unerlässlich.
Doch nicht nur der individuelle Anspruch an die eigene Leistung erschwert die reibungslose Zusammenarbeit, sondern auch rechtliche und wirtschaftliche Zwänge. Der hohe Grad der technischen Normierung zieht weitreichende Haftungsfolgen für Architekten und Ingenieure nach sich. Veränderte Montagewege oder auch der vermehrte Einbau von Fertigteilen ohne Einpassungsspielraum erfordern mehr TA-Planung, während sie die Planungsfreiheit des Architekten reduzieren. Der Bauherr jedoch erwartet eine wirtschaftliche und reibungslose Umsetzung seiner Zielvorgaben.
Eine weitere wesentliche Herausforderung in der Zusammenarbeit von Architekten und TA-Ingenieuren ist die zu verbessernde Synchronisierung der Planungsabläufe. Dieses Ziel ist
nur zu erreichen, wenn alle Planungsbeteiligten – vom Bauherrn über den Architekten bis zum TA-Ingenieur – ihre Vorstellungen rechtzeitig kommunizieren, gemeinschaftlich abstimmen und Probleme offen und konstruktiv lösen. Denn der Erfolg eines jeden Projektes hängt von einer entsprechend kooperativen Planungskultur ab, die auf einem kommunikativen, gleichberechtigten und transparenten Miteinander beruht. Die jeweiligen Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Planungsbeteiligten ergeben sich aus ihrer Rolle im Planungsprozess.Das Unterpfand jeder erfolgreichen Zusammenarbeit von Architekten und TA-Ingenieuren ist eine veränderte Herangehensweise: Vom Selbstverständnis zum gegenseitigen Verständnis.