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Berufsqualifikation und Berufszugang

Europa Berufsqualifikation und Berufszugang

Berufsanerkennung

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Das Recht der Unionsbürger, sich überall in der EU niederzulassen oder Dienstleistungen zu erbringen, ist ein gemeinschaftliches Grundprinzip. Die Regelungen über die einzelstaatlichen beruflichen Qualifikationen können jedoch zu Beeinträchtigungen dieser Grundfreiheiten führen. Solche Hindernisse werden durch Regeln überwunden, die die gegenseitige Anerkennung der beruflichen Qualifikationen zwischen den Mitgliedstaaten garantieren.

Für Architekten und eine Reihe anderer Berufe gewährleistete bislang die Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG die automatische Anerkennung von Berufsqualifikationen. Die Berufsanerkennungsrichtlinie unterliegt einer ständigen Weiterentwicklung. So haben sich im Juni 2013 das Europäische Parlament, der Ministerrat und Europäische Kommission über die Novelle zur Berufsanerkennungsrichtlinie geeinigt und sich auf zahlreiche Änderungen verständigt, welche das Europäische Parlament im Oktober 2013 angenommen hat. Die am 28.Dezember 2013 im Amtsblatt der EU veröffentlichte Richtlinie 2013/55/EU vom 20. November 2013 zur Änderung der Richtlinie über die Anerkennung der Berufsqualifikationen und der VO (EU) Nr. 1024/2012 über die Verwaltungszusammenarbeit mit Hilfe des Binnenmarktinformationssystems ist am 17.Januar 2014 in Kraft getreten und ist von den Mitgliedstaaten bis zum 18.Januar 2016 in nationales Recht umzusetzen. Den konsolidierten Text der Richtlinie finden Sie hier (PDF-Dokument, 2.1 MB).

Wesentliche Forderungen der Bundesarchitektenkammer wurden dabei im Richtlinientext berücksichtigt. Die Richtlinie legt Mindeststandards für die gegenseitige Anerkennung der Berufsqualifikationen von Architekten (Hochbau) in den EU-Mitgliedstaaten fest. Dabei ist es gelungen, sowohl eine zweijährige Praxiszeit in einer der Varianten zu Mindestvoraussetzungen für die Berufsanerkennung zu verankern als auch die zentrale Rolle der Kammer bei der Prüfung der Berufspraxiszeit. Der Richtlinientext schafft auch die Grundlage für ein neues System der automatischen Anerkennung für Berufe, für die das bestehende System der automatischen Anerkennung nicht gilt, z.B. für Landschaftsarchitekten, Innenarchitekten und Stadtplaner. Zudem führt die Richtlinie das Instrument des Berufsausweises ein, der die Anerkennung von Qualifikationen beschleunigen soll.