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Normung als Politikfeld

Normung nationale und internationale Normung als Politikfeld

Neben den herkömmlichen technischen Normvorhaben und immer vielfältiger werdenden Einzelaktivitäten privatwirtschaftlicher Akteure zu technischen Regelwerken ist bereits seit längerem die Entstehung von neuen Handlungsfeldern zu beobachten, die über die originären technischen Norminhalte hinausgehen. Zunehmend umfassen diese auch Innovationen, Forschung, Leistungsbilder, Qualifikationsanforderungen, Baudienstleistungen sowie Verfahrensprozesse und betreffen damit unmittelbar die geistig-schöpferischen Leistungen von Architektinnen und Architekten. Die Europäische Kommission sieht in Normung die Sicherung eines erheblichen Wirtschaftsfaktors und nutzt sie zur Umsetzung von politischen Zielen.

Auch ist festzustellen, dass in Folge der politischen Stärkung der Bedeutung von Normung, diese weitaus häufiger als Instrument genutzt wird, Einzelanliegen zu befördern. In Themenbereichen wie Energie/ Klimawandel, Nachhaltigkeit und „Circular Economy“ und Dienstleistungen ist eine zunehmende Komplexität und Aufgabenvielfalt zu verzeichnen.

Die BAK begreift zusammen mit den Architektenkammern der Länder das Thema „Normung und Standardisierung“ als ein Schwerpunkthema der Kammerarbeit. Die Erarbeitung von Normen und das Setzen technischer Regeln durch privatrechtliche und staatlich legitimierte Institutionen stellen ein wesentliches Element der technisch-ökonomischen Infrastruktur im Bauwesen dar und beeinflussen daher die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die strategische Ausrichtung der gesamten Wertschöpfungskette Bau in erheblichem Maß. Für Architekten ist die Normung von großer Bedeutung, da sie eine wesentliche Grundlage für qualitätsgerechtes und rechtssicheres Planen und Bauen ist. Ziele in der aktiven Mitwirkung an Normungsprozessen sind:

  • Reduktion der Norminhalte auf wesentliche Planungsanforderungen,
  • Reduktion des Haftungsrisikos,
  • an den Planungsprozess und die Planungsaufgabe angepasste Normen, die in der Praxis
  • anwendbar und in der Zusammenarbeit mit den genehmigenden Stellen und Baubeteiligten eindeutig
  • und klar sind,
  • Erreichen von Vereinfachungen von Planung und Ausführung unter Beibehaltung hoher Qualität von Baugestalt und Nutzbarkeit der Bauwerke
  • Reduktion der Baukosten.

Bei der Vielzahl der Themenstränge und den zu erwartenden Auswirkungen auf das Tätigkeitsfeld der Architekten und Stadtplaner, ist es wichtig, in den einzelnen Arbeitsausschüssen und koordinierenden Gremien mitzuwirken. Vermehrt werden politische Entscheidungen durch Normung beeinflusst bzw. sogar vorbereitet. Daher wurde die Zahl der Mitwirkenden Architekten und Stadtplaner in DIN-Gremien in den letzten Jahren erheblich verstärkt. Seit 2019 wird auch die Mitwirkung auf europäischer Ebene zu etlichen Normungsthemen (z.B. BIM, Digitalisierung, Barrierefreies Bauen, Nachhaltigkeit und Energie) verstärkt vorangetrieben.

Die Architektenkammern der Länder und die Bundesarchitektenkammer bemühen sich, im Rahmen der derzeit zur Verfügung stehenden Mittel und Kapazitäten, den Überblick zu wahren. Auch wird verstärkt die Abstimmung mit anderen Verbänden z.B. im Netzwerk Normung betrieben. Derzeit nehmen die Länderarchitektenkammern und die Bundesarchitektenkammer in über 70 Gremien Einfluss. Die BAK ist im DIN-Präsidium und im Sonderpräsidialausschuss Bauwerke vertreten.

Eine Liste der Entsendungen finden Sie hier. (PDF-Dokument, 55.5 KB)
 

 

Deutsche Normungsroadmap Bauwerke

 

Die Deutsche Normungsroadmap Bauwerke des Deutschen Instituts für Normung (DIN) beschreibt die strategische Ausrichtung der Baunormung für die kommenden Jahre. Das Dokument, an dessen Entstehung sich alle interessierten Kreise der Bauwirtschaft  beteiligen konnten, hinterfragt die bestehenden Prozesse der Normung im Bauwesen, identifiziert Probleme und benennt strukturelle Schwächen und zeigt hierfür Lösungsperspektiven auf. Ziel ist es ein einheitliches Normenwerk auf nationaler und europäischer Ebene zu erreichen und das  nationale Anforderungsniveau in die europäischen Beratungsergebnisse einzubringen. In die Normungsroadmap sind viele Anregungen der BAK und der Verbände eingeflossen und bietet die wesentliche Grundlage zur Neuausrichtung der Normung. Die Umsetzung wird vom Präsidialausschuss Bauwerke des DIN weiter begleitet

 
 

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