Regionalkonferenz West am 16.03.2017 in Duisburg

Regionalkonferenz West am 16.03.2017 in Duisburg

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, hat am 16.3.2017 gemeinsam mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und der BAK zur dritten Regionalkonferenz "Inklusiv gestalten - Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung" geladen. Die mit fast 200 interessierten Teilnehmern aus Architektenschaft, Behindertenverbänden, Politik und Medien gut besuchte Veranstaltung wurde von ZDF-Sportjournalistin Katrin Müller-Hohenstein moderiert. Der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Herr Uhing, wies auf den aktuell und künftig hohen Bedarf für barrierefreien Wohnraum hin und betonte, dass Inklusion und Gestaltung kein Widerspruch sei und hier die Architekten und Stadtplaner besonders gefragt seien. Verena Bentele ist aufgrund der eigenen täglichen Erfahrungen wichtig, eine stärkere Bewusstseinsbildung herbeizuführen, dass Barrierefreiheit ein Gewinn für die ganze Gesellschaft darstellt und Schlüssel sei für eine gleichberechtigte Teilhabe. Der Impulsvortrag kam diesmal vom Trendexperten Dr. Gereon Uerz (Arup Foresight, Berlin), der viele Beispiele für technische Umbrüche zeigte, die vorher nicht für möglich gehalten worden waren und heutzutage wie selbstverständlich genutzt würden. Es gebe eine hohe Nachfrage nach Barrierefreiheit, da weltweit jeder 7. Mensch  – ca. 1 Milliarde Menschen – mit einer Behinderung leben. Dr. Uerz sieht im rasanten technischen Fortschritt (Computerentwicklung, Internet der Dinge, Automation) großes Potential für gute Lösungen, die als individuelles Angebot eine verbesserte Teilhabe in der Gesellschaft befördern können. Dass Architekten und Stadtplaner bereits einen wichtigen Beitrag zur Inklusion leisten, wurde anschließend anhand von drei gelungenen Beispielen aus den Bereichen Wohnen, Stadtquartier und Freiraum – Freizeitraum veranschaulicht.
Im nachfolgenden Podiumsgespräch wurde über den Stand der Umsetzung einer umfassenden Barrierefreiheit und deren Hemmnisse gesprochen. Hier wurde weiterer  Nachholbedarf etwa bei der Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft gesehen. Insbesondere seien noch viele gute Ideen für einen barrierefreien Gebäudebestand nötig. Die Ausbildung an den Hochschulen sollte ebenfalls weitergehend auf kluge, barrierefreie Lösungen ausgerichtet werden. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass es aufgrund der Entwicklung und Altersstruktur in Deutschland künftig eine hohe Nachfrage nach Barrierefreiem Bauen und inklusiven, baulichen sowie stadtplanerischen  Lösungen geben werde. Vizepräsident Müller bedankte sich abschließend bei den Beteiligten und freute sich, dass das Konzept der Regionalkonferenzen nun schon zum dritten Mal einen großen Zuspruch finde.

Hier finden Sie die Vorträge auf der Website der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.