Regionalkonferenz Nord am 24.01.2017 in Hannover

Regionalkonferenz Nord am 24.01.2017 in Hannover

Am 24.1.2017 hat die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele gemeinsam mit den Architektenkammern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein und der BAK eine zweite Regionalkonferenz "Inklusiv gestalten - Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung" durchgeführt. Fast 250 Interessierte aus Architektenschaft, Behindertenverbänden, Politik und Medien folgten der Einladung – die sehr gut besuchte Veranstaltung wurde von ZDF-Sportjournalistin Katrin Müller-Hohenstein moderiert.
Der Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, Wolfgang Schneider, betonte die Bedeutung von gut gestalteter und geplanter Architektur, die eine bessere Teilhabe aller Menschen im Sinne der Inklusion ermögliche. Der Impulsvortrag kam diesmal von der Trendexpertin und Buchautorin Birgit Gebhardt (Hamburg), die Perspektiven für eine zukunftsfähige Gesellschaft entwickelte und auf Chancen der Digitalisierung insbesondere für den Bereich der Inklusion einging. In einer umfangreich vernetzten und intelligenten Umgebung werde eine neue Kultur des Lebens und Arbeitens analog einer „granulierten Struktur“ möglich sein, in dem viele individuelle Angebote und Hilfen die Inklusion im Sinne einer verbesserten Teilhabe befördern könnten.
Dass Architekten und Stadtplaner bereits einen wichtigen Beitrag zur Inklusion leisten, wurde anschließend anhand von drei gelungenen Beispielen aus den Bereichen Wohnen, Stadtquartier und Freiraum – Freizeitraum veranschaulicht. Aus dem nachfolgenden Podiumsgespräch ergab sich, dass noch ein weiter Weg zu einer inklusiven Gesellschaft zu gehen ist. Verena Bentele betonte die Forderung nach einer umfassenden Verpflichtung zum barrierefreien Bauen sowohl für Neubau als auch im Bestand, um das Bewusstsein in der Gesellschaft dafür zu schärfen und für die Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Wenn die Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht werde, werde das Bauen nicht unbedingt teurer. Diese Ansichten bekräftigte auch Petra Wontorra, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen, die dazu ermunterte, das Miteinander zu stärken und mit Betroffenen direkt zu sprechen. Diskussionspunkte waren auch zu lösende Fragestellungen hinsichtlich erhöhter Kosten des barrierefreien Bauens und bauliche Gegebenheiten beim Bestandsbau oder Denkmalschutz. Vizepräsident Müller von der BAK sieht eine gute Entwicklung hin zu einer inklusiven Gesellschaft, die sich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehe und zu der die Planer – wie anschaulich zu sehen und zu hören war – bereits zukunftsfähige Beiträge leisteten. Eindrücke von der Veranstaltung: hier. (PDF-Dokument, 1.6 MB)