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EU-RICHTLINIE ZUR GESAMTENERGIEEFFIZIENZ VON GEBÄUDEN (EPBD)

EU-RICHTLINIEN ZUR GESAMTENERGIEEFFIZIENZ VON GEBÄUDEN (EPBD)

Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Energy Performance of Buildings Directive EPBD) ist ein wichtiger Schritt zur Senkung des Energieverbrauchs und der Nutzung von erneuerbaren Quellen. Eine erste Fassung der Richtlinie von 2002 (2002/91/EG) verfolgte das Ziel der Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in der EU unter Berücksichtigung der klimatischen und lokalen Bedingungen der Mitgliedstaaten und der Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen.

Durch die Novellierung der Richtlinie in ihrer Neufassung von 2010 (2010/31/EU) wurden die Vorgaben der Richtlinie und die damit verbundenen Ziele angepasst. Sie hat zum Ziel, den Energiebedarf zu reduzieren, die Energieeffizienz von Gebäuden EU-weit bis 2020 um 20 Prozent zu steigern und den Anteil von erneuerbarer Energie im Energieverbrauch von Gebäuden zu erhöhen. Schwerpunkte der novellierten Richtlinie sind zum einen die durch die Mitgliedstaaten festgelegten nationalen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz für neu errichtete Gebäude als auch für bereits bestehende, und zum anderen die Schaffung von Anreizen für den Umbau von Gebäuden hin zu Niedrigstenergiegebäuden bis zum Jahr 2021. Ferner setzt die Richtlinie den rechtlichen Rahmen für die Energieausweise.

Gemäß der Richtlinie war die Kommission verpflichtet bis zum 1. Januar 2017 eine Überprüfung der EPBD durchzuführen und sie gegebenenfalls anzupassen. Am 30.11.2016 stellte die Europäische Kommission einen Vorschlag zur Novellierung der Richtlinie 2010/31/EU vor. Die novellierte Fassung trat 2018 in Kraft. Sie legt ihren Schwerpunkt auf folgende Bereiche:

Die Erhöhung der Renovierungsrate der Bestandsgebäude, um die gesetzten Ziele für Energieeffizienz bis 2020, 2030 und 2050 zu erreichen. Dieses soll nicht nur dem Klimaschutz helfen, sondern für den Verbraucher Kosten sparen und somit auch der Energiearmut entgegenwirken. Die Mitgliedstaaten werden dazu angehalten, Langzeitstrategien zur Sanierung des Gebäudebestandes zu entwickeln.
Die Integration von Vorrichtungen zur Elektromobilität in Neubauten und Renovierungsprojekten. In neuen öffentlichen Gebäuden, bzw. in öffentlichen Gebäuden, die grundlegend saniert werden, soll eine bestimmte Anzahl an Ladestationen oder die Vorrichtungen dafür vorgesehen werden.
Die Entwicklung eines Intelligenzfähigkeitsindikator zur Bewertung von Gebäuden. Er wird von der Kommission entwickelt und ist zur freiwilligen Nutzung durch die Mitgliedstaaten.
Das Einrichten einer Datenbank für Energiepässe zur freiwilligen Nutzung durch die MitgliedstaatenHier sollen Daten über öffentliche Gebäude gesammelt werden, die für Forschungszwecke oder an Gebäudeeigentümer als anonyme Daten übermittelt werden.
Inspektionen für Heizung und Kühlung werden vereinfacht.

Die BAK hatte Anfang 2017 eine Stellungnahme mit den Architektenkammern aller Länder ausgearbeitet. Zusammenfassend wird vorgeschlagen, dass im Mittelpunkt einer Novellierung der EPBD vor allem Standardisierung, Vereinfachung und Kommunikation stehen sollte. Ein einheitlicher Standard soll angestrebt werden, wobei nationale Regelungen zu berücksichtigen sind. So können die Mitgliedsstaaten durch Verzicht auf bürokratische Regelungen, klare Zieldefinitionen und Verbindlichkeit besser unterstützt werden.

Die konsolidierte Fassung der EPBD (Stand 2018) finden Sie hier. (PDF-Dokument)

Die Stellungnahme der BAK zur EPBD-Novellierung (März 2017) finden Sie hier. (PDF-Dokument)
 

 Aktuell bereitet die Europäische Kommission erneut eine Überarbeitung der EPBD vor. Sie hat hierzu im Februar 2021 einen Fahrplan mit ersten Überlegungen vorgelegt. Darin werden Optionen skizziert, um die EPBD an die Ziele der EU-Renovierungswelle und der Klimaneutralität bis 2050 anzupassen und die Dekarbonisierung von Gebäuden voranzubringen.


Im Einzelnen erwägt die Kommission, die Vorschriften zu Energieausweisen zu überprüfen sowie verbindliche Mindeststandards zur Energieeffizienz verschiedener Gebäudetypen, Fahrpläne zur Gebäudesanierung und eine Definition zur umfassenden Gebäudesanierung ("deep renovation") vorzuschlagen. Weitere wichtige Themen sind die Ressourceneffizienz und die Kreislaufwirtschaft, um Emissionen über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden zu reduzieren, sowie Digitalisierung, Klimaresilienz und Standards für Umwelt und Gesundheit.

 

Die BAK wird den Überarbeitungsprozess eng begleiten.

 

 
 

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