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FAQ zu betriebswirtschaftlichen Aspekten

FAQ zu betriebswirtschaftlichen Aspekten

Die Bundesarchitektenkammer hat, unterstützt von den Architektenkammern der Länder, FAQ zu betriebswirtschaftlichen Aspekten veröffentlicht.

Ausführliche FAQ zu betriebswirtschaftlichen Aspekten (Stand 21.7.2020) finden Sie hier (PDF-Dokument, 670.1 KB)

 

1. Was soll ich beachten, wenn ich meine Hausbank kontaktiere?

Bei notwendigen Überbrückungsfinanzierungen oder Liquiditätsengpässen sollte als erster Schritt zeitnah das Gespräch mit der Hausbank gesucht werden. Dass Sie das Bankgespräch gut vorbereitet führen sollen und aktuelle Bilanzen oder BWAs sowie eine Liquiditätsplanung griffbereit haben sollten, versteht sich von selbst.
Sie fragen bei Ihrer Hausbank wegen eines notwendigen Überbrückungskredits nach und verweisen auf die aktuellen Bürgschaftsangebote der Bürgschaftsbank, die diese Überbrückungskredite zu 80 % besichern sollen. Dir Hausbank ist auch diejenige, bei der Sie vergünstigte Kredite von KfW und den Landesförderbanken beantragen können bzw. müssen (Hausbankprinzip).

Eine Übersicht über die Förderkreditangebote der Bundesländer finden Sie unter:
https://bingk.de/blog/corona-foerdermassnahmen-der-bundeslaender/

Die Förderdatenbank des Bundes bietet einen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU:
https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/Home/home.html

Erkundigen Sie sich über die Details zu möglichen Unterstützungsleistungen auf Länderebene auch bei der Architektenkammer in Ihrem Bundesland. Die Links zur den 16 Länderkammern finden Sie hier.

 

2. Wie helfen mir die Bürgschaftsbanken?

Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen können durch die Bürgschaftsbank des jeweiligen Bundeslandes besichert werden und ersetzen fehlende persönliche Sicherheiten. Wenn Sie bei Ihrer Hausbank wegen eines notwendigen Überbrückungskredit nachfragen, verweisen Sie auf die aktuellen
Bürgschaftsangebote der Bürgschaftsbank, die die Überbrückungskredite zu 80 % besichern können.
Eine kostenlose Vorabanfrage für ein Finanzierungsvorhaben können Unternehmen über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken (hier) ganz unbürokratisch stellen.
Wichtig für die schnelle Beurteilung Ihrer Finanzierungsanfrage und für die Begleitung einer Überbrückungsfinanzierung ist die Vorlage eines plausiblen Liquiditätsplans, aus welchem der erforderliche Kapitalbedarf hervorgeht.
Ihre für Sie zuständige Bürgschaftsbank finden Sie unter folgendem Link:

Infolge der Corona-Krise wurde bei den Bürgschaftsbanken wird der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Mio. Euro verdoppelt, darüber hinaus ist das Land zuständig. Die Obergrenze von 35 % Betriebsmitteln am Gesamtobligo der Bürgschaftsbanken wurde auf 50% erhöht.
Die Kreditherkunft spielt für die Bürgschaft keine Rolle, es können Kredite der KfW, Landesförderinstitute oder Hausbankkredite verbürgt werden.
Im Rahmen sog. Bürgschafts-Expressprogramme können die Bürgschaftsbanken Entscheidungen über Bürgschaften bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig (d. h. ohne Beteiligung der Länder) und innerhalb von drei Tagen treffen. Auch bei Betriebsmittelkrediten kann der Bürgschaftsrahmen von 80 Prozent ausgeschöpft werden.

 

3. Kann ich für mein Architekturbüro Kurzarbeit anordnen und was bedeutet das?

Kurzarbeit im Arbeitsverhältnis bedeutet die vorübergehende Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit in einem Unternehmen aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls. Von der Kurzarbeit können alle oder nur ein Teil der Arbeitnehmer des Betriebes betroffen sein, wobei die betroffenen Arbeitnehmer bei Kurzarbeit weniger oder überhaupt nicht arbeiten.
Kurzarbeit ist ein Instrument sein, um bei vorübergehendem Corona-bedingten Entfall von Aufträgen Kündigungen zu vermeiden. Das Kurzarbeitergeld gleicht den Verdienstausfall der Arbeitnehmer teilweise aus. Die staatliche Leistung, die aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung finanziert wird, deckt für die Ausfallstunden 60 % des Nettolohns ab (bei Haushalten mit Kindern 67 %). Ab dem vierten Monat des Bezugs steigt es auf 70 % des Nettolohns (77 % für Haushalte mit Kindern) und ab dem siebten Monat auf 80 % bzw. 87 %. Die erhöhten Beträge gelten längstens bis 21.12.2020. Für diese Entgeltersatzleistung ist in Deutschland die Bundesagentur für Arbeit zuständig.

Zuschüsse der Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld, die den Lohnausfall für die Monate März bis Dezember 2020 ausgleichen, werden nach dem Corona-Steuerhilfegesetz vom 6.5.2020 entsprechend der Sozialversicherungsbeiträge von der Lohnsteuer befreit.
Noch im Mai 2020 soll das „Sozialschutz-Paket II“ verabschiedet werden, das unter anderem ein höheres Kurzarbeitergeld  vorsieht: Nach dem Regierungsentwurf soll für diejenigen, die Kurzarbeitergeld für ihre um mindestens 50% reduzierte Arbeitszeit beziehen, der Betrag ab dem vierten Monat des Bezugs auf 70% (77% für Haushalte mit Kindern) und ab dem siebten Monat des Bezuges auf 80 Prozent (87% für Haushalte mit Kindern) des pauschalierten Netto-Entgelts erhöht werden, längstens bis 31.12.2020.

 

4. Lassen sich Steuerzahlungen reduzieren oder verschieben und was bringt das Zweite Corona-Steuerhilfe-Gesetz?

Eine Möglichkeit bei Liquiditätsengpässen schnell Liquidität zu schaffen, besteht darin, mit dem Finanzamt über eine Absenkung der Steuervorauszahlung zu sprechen, eine Streckung der zu leistenden Zahlungen, die Stundung fälliger Steuerzahlungen zu vereinbaren und um den Erlass von Säumniszuschlägen und Vollstreckungsmaßnahmen bitten. Dadurch wird betroffenen Unternehmen sofort Liquidität kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Die Bundesländer versprachen bereits eine besondere Kulanz der Finanzämter: Diese würden Absenkungen der Steuervorauszahlungen in der derzeitigen Situation unbürokratisch handhaben und abgewickelt. Stundungen könnten zum Teil sogar zinslos erfolgen; Auf Pfändungen würde bis zum Jahresende verzichtet.
Um auch aus (umsatz-)steuerlicher Sicht die (aktuellen) Handlungsoptionen zu kennen und die Chancen aus steuerlicher Sicht in Zeiten von Corona zu kennen, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater folgende Themen näher beleuchten und ggf. bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen:

  • Einzelfristverlängerungen und Dauerfristverlängerungen
  • Herabsenkung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie Umsatzsteuer
  • Stundungsanträge, Verrechnungen etc.
  • zinsfreie Stundung von Steuerzahlungen
     

Das am 29.6.2020 beschlossene Zweite Corona-Steuerhilfe-Gesetz bringt weitere steuerliche Erleichterungen für Architekturbüros mit sich. Dazu zählen:

  • Mehrwertsteuersenkung, auch für Handwerkerleistungen
  • Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 von 1 Mio Euro auf 5 Mio Euro angehoben. Verluste aus diesem Jahr können aber jetzt schon geltend gemacht werden.
  • Ermöglichung einer degressiven Abschreibung von 25 % für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die 2020 und 2021 angeschafft werden.

Die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) hat Informationsblätter mit den wichtigsten FAQ zu denThemen „Wie hilft das Finanzamt und die Zollverwaltung?“, "Checkliste zu den Überbrückungshilfen" sowie zur Mehrwertsteuersenkdung erstellt. 

 

5. Kann ich Corona-Hilfen in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse vom Bund und den Bundesländern erhalten?

Bund und Länder haben erkannt, dass gerade Kleinunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe, die in der Regel keine Kredite erhalten und über keine Sicherheiten oder weitere Einnahmen verfügen, besonderen Bedarf für unbürokratische Soforthilfe haben. Aus diesem Grund stehen nicht rückzahlbare Zuschüsse für durch die Corona-Krise in Schieflage geratene Unternehmen und Freiberufler zur Verfügung.

Informieren Sie sich daher, ob Sie von diesen Corona-Hilfen profitieren können und prüfen Sie, ob Sie sich dafür qualifizieren und in welchem Zeitraum Sie einen Antrag stellen können.


Bundeshilfe:

Der Bundesregierung hatte Ende der 13. Kalenderwoche eine Soforthilfe für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige, gerade auch aus der Kreativwirtschaft, mit bis zu zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) auf den Weg gebracht, welches bis Ende Mai 2020 beantragt werden konnte.

Dieses Zuschussprogramm für Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen“, wurde am 8. Juli um drei Monate verlängert und auch auf größere Unternehmen ausgeweitet („Corona-Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen" im Gesamtvolumen von bis zu 24,6 Mrd. Euro). 

Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler, gemeinnützige Unternehmen (z. B. Jugendherbergen) und Organisationen mit Sitz oder Betriebsstätte im Inland können nun bis spätestens zum 31.8.2020 direkte Zuschüsse für die Monate Juni bis August 2020 beantragen. Die maximale Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat für max. drei Monate, gestaffelt nach dem tatsächlichen Umsatzeinbruch und der Unternehmensgröße. Voraussetzung ist, dass die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den betreffenden drei Monaten aus dem fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand zu zahlen. Diese Überbrückungshilfe soll zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz von Unternehmen einen Beitrag zu den Fixkosten leisten, genauer gesagt den laufenden betrieblichen Sachaufwendungen (z. B. gewerbliche Mieten, Pachten, Finanzierungskosten, Leasingraten, Kosten für Auszubildende, Grundsteuern, weitere feste Ausgaben. Aufwendungen für Personal, das nicht in Kurzarbeit geschickt werden kann, können in Höhe einer Pauschale von 10 % der Fixkosten geltend gemacht werden. Ein Unternehmerlohn wird nicht erstattet. Der Bund will dabei im nachhinein prüfen, ob die Begünstigten die Hilfen tatsächlich nötig hatten. Im Fall von Zuschüssen sollen sie ggf. in Darlehen umgewandelt werden.

Im Einzelnen sind folgende finanzielle Überbrückungshilfen (steuerbare Zuschüsse) vorgesehen:

  • bis 3.000 Euro pro Monat für max. 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente),
  • bis 5.000 Euro pro Monat für max. 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente),
  • bis 50.000 Euro pro Monat für max. 3 Monate bei Unternehmen bis 50 Mio. Euro Umsatz bzw. bis 43 Mio. Euro Bilanzsumme (liegen Unternehmen darüber, können sie Mittel aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds beantragen).

Voraussetzung ist ein Umsatzrückgang in den Monaten April und Mai 2020 um zusammen genommen mind. 60% gegenüber April und Mai 2019. Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von

  • 80% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzrückgang,
  • 50% bei Umsatzrückgang zwischen 50% und 70%,
  • 40% bei Umsatzrückgang zwischen 40% und unter 50%.


Unternehmen, die die Soforthilfe des Bundes oder der Länder in Anspruch genommen haben, aber weiter von Umsatzausfällen betroffen sind, sind erneut antragsberechtigt, aber bei zeitlicher Überschneidung ist keine doppelte Erstattung möglich.

Vollständig digitalisiertes Antragsverfahren: Seit dem 10.7. stehen Online-Portale zur Verfügung, über die die Anträge durch einen vom Antragsteller beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer gestellt werden können. Die Antragsplattform mit allen weiteren Informationen findet sich hier

Die Bewilligung (Antragstellung, Bearbeitung der Anträge, Auszahlung und ggfs. Rückforderung der Mittel) erfolgt durch die zuständige Landesbehörde.


Hilfen auf Ebene der Bundesländer:

Um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus einzudämmen, haben alle Bundesländer ergänzend zum Bund Programme eingerichtet, um Selbständige, Freiberuflier sowie kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 10 Mitarbeitern mit einem Einmalbeitrag zu unterstützen. Die Soforthilfeprogramme der Bundesländer richten sich an Betriebe und Selbständige, die durch die Coronakrise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Lage und in Liquiditätsengpässe geraten sind. Dabei werden "unbürokratisch und schnell umsetzbare" Zuschüsse von 5.000 bis 30.000 Euro, teils auch mehrfach, in Abhängigkeit vom Bundesland und von der Unternehmensgröße gewährt.

Einige Länder gewähren nicht nur Kleinunternehmen, sondern auch Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern Unterstützung durch Zuschüsse, in anderen Bundesländern gehen KMU leer aus. Brandenburg und das Saarland beispielsweise spendieren Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern einen nach Größe gestaffelten Zuschuss. Bayern, Hamburg und Hessen gewähren Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern Zuschüsse. Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gewähren Zuschüsse für Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern.

Voraussetzung ist in der Regel, dass glaubhaft gemacht werden kann, dass ein Zuschuss für die Sicherung der beruflichen bzw. betrieblichen Existenz in der Corona-Krise erforderlich ist und die Hilfsprogramme des Bundes oder andere zur Verfügung stehende Unterstützungen bzw. Sozialleistungen (z. B. Kurzarbeitergeld, Grundsicherung) in Anspruch genommen bzw. beantragt werden. Eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage kann an einem erheblichen Honorarrückgang verdeutlicht und über den Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz vergangener Monate belegt werden.

Die Zuschüsse der Bundesländer sind in der Regel bei den jeweiligen Landesförderinstituten zu beantragen. 

Eine zusammenfassende Übersicht über die Zuschüsse für Kleinunternehmer und Selbständige und die Antragswege in den Bundesländern informieren die folgenden Seiten:

https://www.gruenderlexikon.de/news/kurz-notiert/corona-hilfen-fuer-selbststaendige-freiberufler-und-kleinunternehmer-84233709

https://meedia.de/2020/03/27/freischaffende-in-der-corona-krise-diese-soforthilfen-koennen-sie-in-ihrem-bundesland-beantragen/

Detailhinweise und Antragsformulare gibt es online bei den Bundesländern:

 

6. Was bietet die KfW an Fördermöglichkeiten für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen?

Der KfW als der Förderbank des Bundes kommt im Rahmen des Maßnahmenpakets der Bundesregierung ("Milliarden-Schutzschild") die Aufgabe zu, die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu erleichtern. Die KfW hat im Rahmen des KfW-Sonderprogramms ab 23.3.2020 dazu die Zugangsbedingungen und Konditionen von liquiditätsstärkenden Krediten für Unternehmen deutlich verbessert und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht. Dabei sind die Mittel für das KfW Sonderprogramm unbegrenzt, die sowohl kleinen, mittelständischen Unternehmen also auch Großunternehmen zur Verfügung stehen. Dabei beantragen Unternehmen und Freiberufler KfW-Kredite grundsätzlich über ihre Hausbank.
Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 10 Mio. Euro schaffen Erleichterung für Freiberufler und Unternehmen jeder Größenordnung, da sie den Zugang zu günstigen Krediten bei Banken erleichtern. Eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW erleichtert Banken und Sparkassen die Kreditvergabe.
Aktuelle Informationen, welche Maßnahmen die KfW derzeit konkret anbietet und wie sie beantragt werden können, finden Sie unter 
https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html.

Die KfW hat alle wichtigen Informationen zu den KfW-Krediten auch in einem Erklär-Video zum Thema "KfW-Coronahilfe" zusammen gestellt: hier

Von besonderem Interesse das KfW-Sonderprogramm 2020, das aus folgenden KfW-Programmen besteht:

KfW-Unternehmerkredit für Unternehmen älter 5 Jahre; ERP-Gründerkredit–Universell (jünger als 5 Jahre): Sondermaßnahme "Corona-Hilfe für Unternehmen" 
Die Programme stehen für junge und etablierte Unternehmen bis zu einem Gruppenjahresumsatz von 2 Mrd. Euro zur Verfügung bei einem Kredithöchstbetrag von je 200 Mio. EUR für Investitionen und Betriebsmittel mit bis zu zwei tilgungsfreien Anlaufjahren.
Ab dem 22.4.2020 gilt für Kredite bis 800.000 Euro eine Kreditlaufzeit von max. 10 Jahren (bislang 5 Jahre). Für Kredite über 800.000 Euro ist eine erhöhte Kreditlaufzeit von max. 6 Jahre (bislang 5 Jahre) möglich.
Zur beschleunigten Abwicklung wird die KfW bei Kreditbeträgen bis zu 3 Mio. Euro auf eine eigene Risikoprüfung verzichten und die Risikoprüfung der Hausbank übernehmen. Die KfW übernimmt im Rahmen der Sondermaßnahmen bis zu 90% des Risikos der Hausbank, für größere und Unternehmen bis zu 80 % (Vor der Coronakrise lagen die Haftungsfreistellungen bei max. 50 % bzw. gar keine für Betriebsmittel.).

Zinsverbesserungen: Die Zinsen liegen zwischen 1 % und 1,46 % p. a. für kleine und mittlere Unternehmen sowie zwischen 2 % und 2,12 % p. a. für größere Unternehmen (bislang risikogerechtes Zinssystem nach Bonitäts-Besicherungsklassen).

KfW-Kredit für Wachstum, Sondermaßnahme "Corona-Hilfe für Unternehmen" 
Die KfW bietet in der Coronakrise Risikoübernahmen bis zu 70% für Vorhabensfinanzierungen an, indirekt über Risikounterbeteiligungen an einer konsortialen Finanzierungsstruktur oder direkt als Konsortialpartner. Der Kredithöchstbetrag für Investitionen und Betriebsmittel beträgt 1 Mrd. Euro. Die bisherige Beschränkung auf Investitionen in Innovation und Digitalisierung entfällt.

KfW-Schnellkredit für Mittelständler
Damit der Mittelstand leichter an Hilfskredite kommt, hat die Bundesregierung Nachbesserungen an dem Kreditprogramm für Mittelständler beschlossen, die in der Coronakrise in Not geraten sind. Zentraler Punkt ist die Befreiung der Hausbanken von sämtlichen Risiken, die mit dem KfW-Darlehen verbunden sind, und nicht nur der seit März geltenden bis zu 90% je nach Größe des Kredits.
Bund und KfW haben ein sogenanntes Schnellkreditprogramm“ für mittlere Unternehmen ab 10 Mitarbeitern angekündigt, bei dem die KfW das Risiko für einen Kredit komplett übernimmt. Kredite sind in Höhe bis zu 3 Monatsumsätze möglich, und zwar bis zu 500.000 Euro, wenn das Unternehmen 11 bis 50 Mitarbeiter hat, sowie bis zu 800.000 EUR für größere Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten. Die Laufzeit der KfW-Schnellkredite beträgt zehn Jahren bei einem Zinssatz von 3% pro Jahr mit einer tilgungsfreien Anlaufzeit von bis zu zwei Jahren. 
Voraussetzung für den Schnellkredit ist, dass ein Unternehmen zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen ist, d. h. im Jahr 2019 oder in der Summe der Jahre 2017 bis 2019 (bzw. seit sie am Markt aktiv sind, falls der Zeitraum kürzer ist) einen Gewinn erzielt haben. Die Kreditbewilligung dann erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Insbesondere wird eine Prognose zur Fortführung der Unternehmen, die für viele Betriebe nach den normalerweise üblichen Kriterien angesichts der weggebrochenen Umsätze schwierig ist, nicht benötigt.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2020/04/2020-04-06-gemeinsame-pm-bmf-bmwi-kfw.htm

 

7. Welche finanziellen Hilfen stellen die Förderbanken der Bundesländer bereit?

Die Förderbanken der Bundesländer haben bundeslandspezifische Förderangebote konzipiert, zu denen Überbrückungskredite, Liquiditätshilfen und Zuschüsse gehören.
Häufig sind diese in Kombination mit Angeboten der zuständigen Bürgschaftsbanken sinnvoll, wenn es um die Stellung von banküblichen Sicherheiten geht, über die Freiberufler, Solo-Selbständige und kleinere Büros häufig nicht verfügen.
Vorangestellt ist bei allen Hilfsprogrammen, dass der oder die Betroffene belegen kann, dass sein oder ihr Betrieb vor Ausbruch der Krise wirtschaftlich tragfähig gewesen ist. Anträge sind bis spätestens 30.4.2020 bei der zuständigen Landesbehörde zu stellen.
Nachfolgend die Verlinkung zu den Landesförderbanken aller Bundesländer:

 

Weitere FAQ

 8. Gibt es finanzielle Unterstützung für Beratungskosten in der Coronakrise?
 9. Gibt es eine Entschädigung bei Verdienstausfall durch Quarantäne?
10. Kann ich als Freiberufler aufgrund geringerer Einkünfte meinen Beitrag zum Versorgungswerk der Architekten reduzieren?
11. Meine Mitarbeiter sind arbeitsunfähig: Erhalte ich als Arbeitgeber eine Kostenübernahme?
12. Lassen sich die Beiträge zur Sozialversicherung strecken oder aussetzen?
13. Inwieweit kann ich meine Gewerbemiete mindern, stunden oder aussetzen?
14. Wurde die Insolvenzantragspflicht für durch die Corona-Epidemie geschädigte Unternehmen ausgesetzt?
15. Unter welchen Umstände kann ich einen Antrag auf Grundsicherung für Selbständige nach dem SGB II stellen?
16. Gibt es Überbrückungsgeld für Eltern?
17. Wo finde ich weitere Informationen - weitere hilfreiche Links.


Ausführliche FAQ zu wirtschaftlichen Fragen (Stand 21.7.2020) finden Sie hier (PDF-Dokument, 670.1 KB).

 
 

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