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FAQ zu betriebswirtschaftlichen Aspekten

FAQ zu betriebswirtschaftlichen Aspekten

Die Bundesarchitektenkammer hat, unterstützt von den Architektenkammern der Länder, FAQ zu betriebswirtschaftlichen Aspekten veröffentlicht.

Ausführliche FAQ zu betriebswirtschaftlichen Aspekten (Stand 16.11.2020) finden Sie hier (PDF-Dokument, 799.2 KB)

 

1. Kann ich für mein Architekturbüro Kurzarbeit anordnen und was bedeutet das?

Kurzarbeit im Arbeitsverhältnis bedeutet die vorübergehende Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit in einem Unternehmen aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls. Von der Kurzarbeit können alle oder nur ein Teil der Arbeitnehmer des Betriebes betroffen sein, wobei die betroffenen Arbeitnehmer bei Kurzarbeit weniger oder überhaupt nicht arbeiten.
Kurzarbeit ist ein Instrument sein, um bei vorübergehendem Corona-bedingten Entfall von Aufträgen Kündigungen zu vermeiden. Das Kurzarbeitergeld gleicht den Verdienstausfall der Arbeitnehmer teilweise aus. Die staatliche Leistung, die aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung finanziert wird, deckt für die Ausfallstunden 60 % des Nettolohns ab (bei Haushalten mit Kindern 67 %). Ab dem vierten Monat des Bezugs steigt es auf 70 % des Nettolohns (77 % für Haushalte mit Kindern) und ab dem siebten Monat auf 80 % bzw. 87 %. Die erhöhten Beträge gelten längstens bis 21.12.2020. Für diese Entgeltersatzleistung ist in Deutschland die Bundesagentur für Arbeit zuständig.

Arbeitgeber, die mindestens einen Angestellten unterhalten, können Kurzarbeitergeld beantragen. Voraussetzung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ist, dass für mindestens 10% der Belegschaft die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend um mindestens 10% verringert sind. Die Bundesagentur für Arbeit erstattet die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden vollständig. Diese Zugangsregeln wurden am 13. März 2020 verkündet und gelten rückwirkend zum 1. März 2020.

Zuschüsse der Arbeitgeber zum Kurzarbeitergeld, die den Lohnausfall für die Monate März bis Dezember 2020 ausgleichen, werden nach dem Corona-Steuerhilfegesetz vom 6.5.2020 entsprechend der Sozialversicherungsbeiträge von der Lohnsteuer befreit.
Der Koalitionsausschuss hat am 25.8.2020 beschlossen, dass Kurzarbeitergeld zu verlängern mit folgenden wichtigsten Maßgaben:
  • Die Bezugsdauer wird für Betriebe, die bis zum 31.12.2020 Kurzarbeit eingeführt haben, von 12 auf bis zu 24 Monate, längstens bis zum 31.12.2021, verlängert.
  • Die erleichterten Zugangsregeln zum Kurzarbeitergeld, dass kein Aufbau negativer Arbeitszeitsalden erforderlich ist und nur 10% der Belegschaft eines Betriebes von einem Entgeltausfall betroffen sein müssen, gilt bis zum 31.12.2021 fort für alle Betriebe, die bis zum 31.3.2021 mit der Kurzarbeit begonnen haben.
  • Nach allgemeinen Regelungen hat der Arbeitgeber während des Bezugs des Kurzarbeitergeldes die Sozialversicherungsbeiträge weiter zu bezahlen. Die Sozialversicherungsbeiträge werden in der Coronakrise bis 30.6.2021 jedoch vollständig erstattet. Vom 1.7.2021 bis längstens zum 31.12.2021 werden für alle Betriebe, die bis zum 30.6.2021 Kurzarbeit eingeführt haben, die Sozialversicherungsbeiträge zu 50 % erstattet.
  • Die Regelung zur Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auf 70%/77 % (für Haushalte mit Kindern) ab dem 4. Monat und 80/87 % ab dem 7. Monat) wird verlängert bis zum 31.12.2021 für alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.3.2021 entstanden ist.
  • Die derzeit geltende Steuererleichterung für Arbeitgeberzuschüsse auf das Kurzarbeitergeld wird bis zum 31.12.2021 gewährt.
Im Lichte der weiteren Entwicklung der SARS-Cov2-Pandemie wird die Koalition über weitere Anpassungs- und Verlängerungsbedarfe des Kurzarbeitergeldes bei Bedarf beraten.
 
Informationen zum Kurzarbeitergeld und den zu erfüllenden Voraussetzungen finden Sie hier
Ein Video der Bundesagentur für Arbeit: "So beantragen Sie Kurzarbeitergeld" finden Sie hier
Antragsformular der Bundesagentur für Arbeit auf Kurzarbeitergeld: hier  (PDF-Dokument)
 

2. Lassen sich Steuerzahlungen reduzieren oder verschieben und was bringt das Zweite Corona-Steuerhilfe-Gesetz?

Eine Möglichkeit bei Liquiditätsengpässen schnell Liquidität zu schaffen, besteht darin, mit dem Finanzamt über eine Absenkung der Steuervorauszahlung zu sprechen, eine Streckung der zu leistenden Zahlungen, die Stundung fälliger Steuerzahlungen zu vereinbaren und um den Erlass von Säumniszuschlägen und Vollstreckungsmaßnahmen bitten. Dadurch wird betroffenen Unternehmen sofort Liquidität kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Die Bundesländer versprachen bereits eine besondere Kulanz der Finanzämter: Diese würden Absenkungen der Steuervorauszahlungen in der derzeitigen Situation unbürokratisch handhaben und abgewickelt. Stundungen könnten zum Teil sogar zinslos erfolgen; Auf Pfändungen würde bis zum Jahresende verzichtet.
Um auch aus (umsatz-)steuerlicher Sicht die (aktuellen) Handlungsoptionen zu kennen und die Chancen aus steuerlicher Sicht in Zeiten von Corona zu kennen, sollten Sie mit Ihrem Steuerberater folgende Themen näher beleuchten und ggf. bei ihrem zuständigen Finanzamt beantragen:

  • Einzelfristverlängerungen und Dauerfristverlängerungen
  • Herabsenkung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie Umsatzsteuer
  • Stundungsanträge, Verrechnungen etc.
  • zinsfreie Stundung von Steuerzahlungen

Das am 29.6.2020 beschlossene Zweite Corona-Steuerhilfe-Gesetz bringt weitere steuerliche Erleichterungen für Architekturbüros mit sich. Dazu zählen:

  • Mehrwertsteuersenkung, auch für Handwerkerleistungen
  • Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 von 1 Mio Euro auf 5 Mio Euro angehoben. Verluste aus diesem Jahr können aber jetzt schon geltend gemacht werden.
  • Ermöglichung einer degressiven Abschreibung von 25 % für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die 2020 und 2021 angeschafft werden.

Die Bundesarchitektenkammer sowie die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) haben Informationsblätter mit den wichtigsten FAQ zu denThemen „Wie hilft das Finanzamt und die Zollverwaltung?“ sowie zur Mehrwertsteuersenkung erstellt. 

Das Merkblatt der BAK zur temporären Mehrwertsteuersenkung bei Architektenverträgen finden Sie hier.
Hier geht´s zur Website der Bundessteuerberaterkammer.

 

3. Kann ich nicht rückzahlbare Zuschüsse (Corona-Hilfen, Überbrückungshilfen, außerordentliche Wirtschaftshilfen "Novemberhilfe", Neustarthilfe für Solo-Selbständige) vom Bund erhalten?

Bund und Länder haben erkannt, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe, die in der Regel keine Kredite erhalten und über keine Sicherheiten oder weitere Einnahmen verfügen, besonderen Bedarf für unbürokratische Soforthilfe haben. Aus diesem Grund stehen als Bundeshilfe nicht rückzahlbare Zuschüsse für durch die Corona-Krise in Schieflage geratene Unternehmen und Freiberufler zur Verfügung.

Informieren Sie sich daher, ob Sie von diesen Corona-Hilfen profitieren können und prüfen Sie, ob Sie sich dafür qualifizieren und in welchem Zeitraum Sie einen Antrag stellen können.

Soforthilfe für kleine Unternehmen und Soloselbständige:
Der Bundesregierung hatte in der 13. Kalenderwoche eine Soforthilfe für kleine Unternehmen und Solo-Selbstständige mit bis zu zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) auf den Weg gebracht, welches bis Ende Mai 2020 beantragt werden konnte.

Überbrückungshilfen:
Dieses Zuschussprogramm für Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen“, wurde mehrfach verlängert und auch auf größere Unternehmen ausgeweitet („Überbrückungshilfe II für kleine und mittelständische Unternehmen).

Unternehmen, Soloselbstständige, Freiberufler, gemeinnützige Unternehmen (z. B. Jugendherbergen) und Organisationen mit Sitz oder Betriebsstätte im Inland können in der 2. Phase der Überbrückungshilfe bis 31.12.2020 direkte Zuschüsse von max. 50.000 Euro pro Monat für max. drei Monate beantragen gestaffelt nach dem tatsächlichen Umsatzeinbruch. Die 2. Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge können seit Oktober online gestellt werden. Voraussetzung ist, dass die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den betreffenden drei Monaten aus dem fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand zu zahlen.

Diese Überbrückungshilfe soll zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz einen Beitrag zu den Fixkosten leisten, genauer gesagt den laufenden betrieblichen Sachaufwendungen (z. B. gewerbliche Mieten, Pachten, Finanzierungskosten, Leasingraten, Kosten für Auszubildende, Grundsteuern, weitere feste Ausgaben. Aufwendungen für Personal, das nicht in Kurzarbeit geschickt werden kann, können in Höhe einer Pauschale von 20 % der Fixkosten geltend gemacht werden (in der 1. Phase der Überbrückungshilfen noch 10 %). Ein Unternehmerlohn wird nicht erstattet. Jedoch ist der Unternehmerlohn für Freischaffende in manchen Bundesländern als Zusatzelement in die Landesprogramme aufgenommen worden. Der Bund will im nachhinein prüfen, ob die Begünstigten die Hilfen tatsächlich nötig hatten; im Fall von Zuschüssen sollen sie dann ggf. in Darlehen umgewandelt werden.

Im Einzelnen sind folgende finanzielle Überbrückungshilfen (steuerbare Zuschüsse) vorgesehen:

  • bis 50.000 Euro pro Monat für max. 3 Monate bei Unternehmen bis 50 Mio. Euro Umsatz bzw. bis 43 Mio. Euro Bilanzsumme.

Voraussetzung ist ein bestimmter Umsatzrückgang in den Referenzmonaten (30 % im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 50 % in zwei zuusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahrsmonaten). In der 1. Phase war noch ein Umsatzrückgang von mind. 60 % erforderlich. Die Überbrückungshilfe leistet anteilig eine monatliche Fixkostenerstattung von 

  • 90% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzrückgang,
  • 60 % bei Umsatzrückgang zwischen 50% und 70%,
  • 40% bei Umsatzrückgang von mehere als 30 %.

Über Online-Portale können die Anträge durch einen vom Antragsteller beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer gestellt werden. Die Antragsplattform mit allen weiteren Informationen findet sich hier

Die Bewilligung (Antragstellung, Bearbeitung der Anträge, Auszahlung und ggfs. Rückforderung der Mittel) erfolgt durch die zuständige Landesbehörde.

Überbrückungshilfe III und Neustarthilfe für Solo-Selbständige:
Die von der Bundesregierung vom 28.10.2020 beschlossenen temporären Beschränkungen verstärken, dass viele Wirtschaftsbereiche erhebliche Einschränkungen ihres Geschäftsbetriebs hinnehmen müssen. Die Hilfsmaßnahmen für Unternehmen sollen daher verlängert und die Konditionen verbessert werden (Überbrückungshilfe III). Genannt wird speziell die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft und die Soloselbständigen.

Neustarthilfe für Solo-Selbständige:
Am 13.11.2020 wurde eine spezielle Neustarthilfe für Solo-Selbständige vereinbart. Zusätzlich zur Erstattung von Fixkosten können Solo-Selbständige für die Monate Dezember 2020 bis Juni 2021 eine einmalige Betriebskostenpauschale von bis zu 5.000 Euro (pro Monat max. 714,29 Euro) für Lebenshaltungskosten, private Miete und die Krankenversicherung beantragen. Diese Unterstützungsmaßnahme richtet sich insbesondere an Solo-Selbständige, die nur geringe Fixkosen haben, aber dennoch hohe Umsatzeinbrüche erleiden. Bemessungsgrundlage sind 25 % des Vergleichsumsatzes im Jahr 2019.

Voraussetzung ist, dass der Umsatz wegen der Coronakrise um mehr als die Hälfte zurück gegangen ist. Der Einmalige Betriebskostenzuschuss wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Voraussetzung ist, dass das Einkommen im Referenzzeitraum zu mindestens 51 % aus selbständiger Tätigkeit erzielt wurde.

Eine Antragstellung ist ab dem 1.1.2021 möglich im Rahmen der Überbrückungshilfe. Es ist nicht möglich, neben der Neustarthilfe auch Überbrückungshilfe zu beantragen; die eine Maßnahme schließt die andere aus.

Weitere Informationen zur Antragstellung, Voraussetzungen oder Umfang finden Sie hier.

Außerordentliche Wirtschaftshilfe ("Novemberhilfe"):
Die Bundesregierung hat die Hilfsangebote für Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen erweitert, die von den am 28.10.2020 beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie besonders betroffen sind. 

Antragsberechtigt für die außerordentliche Wirtschaftshilfe ("Novemberhilfe") sind alle Unternehmen und Selbständige, die auf der Grundlage des Beschlusses der im Oktober 2020 erlassenen Schließungsverordnung den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Antragsberechtigt für diese anteilige Umsatzerstattung sind auch indirekt betroffene Unternehmen, die nachweißlich 80 % ihres Umsatzes mit direkt von den Schließungsmaßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen.

Es werden mit der "Novemberhilfe" Zuschässe pro Woche der Schließung in Höhe von 75 % des durchschnittlichen wöchtentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt, bis zu einer Obergrenze von 1 Mio. Euro. Solo-Selbständige können als Vergleichsmaßstab auch den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahr 2019 zugrunde legen. Andere Leistungen wie Überbrückungshilfe oder Kurzarbeitergeld sowie im November erzielte Umsätze werden auf die Umsatzerstattung angerechnet.

Die Antragstellung erfolgt über die IT-Plattform der Überbrückungshilfe (hier) durch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer des Antragsstellers ab voraussichtlich 25.11.2020. Solo-Selbständige, die nicht mehr als 5.000 Euro Förderung beantragen, können den Antrag selbst stellen. Solo-Selbständige können eine Abschlagszahlung von bis zu 5.000 Euro erhalten, Unternehmen von bis zu 10.000 Euro. 

 

4. Was bietet die KfW an Fördermöglichkeiten für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen?

Der KfW als der Förderbank des Bundes kommt im Rahmen des Maßnahmenpakets der Bundesregierung ("Milliarden-Schutzschild") die Aufgabe zu, die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu erleichtern. Besonders interessant dabei sind die KfW-Sonderprogramme und der KfW-Schnellkredit.

Die KfW hat im Rahmen des KfW-Sonderprogramms seit dem 23.3.2020 die Zugangsbedingungen und Konditionen von liquiditätsstärkenden Krediten für Unternehmen deutlich verbessert und für mehr Unternehmen verfügbar gemacht. Dabei beantragen Unternehmen (kleine, mittelständische und Großunternehmen) sowie Freiberufler KfW-Kredite grundsätzlich über ihre Hausbank.
Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 10 Mio. Euro schaffen Erleichterung für Freiberufler und Unternehmen jeder Größenordnung, da sie den Zugang zu günstigen Krediten bei Banken erleichtern. Eine höhere, teilweise sogar vollständige Haftungsfreistellung durch die KfW erleichtert Banken und Sparkassen die Kreditvergabe.
Aktuelle Informationen, welche Maßnahmen die KfW derzeit konkret anbietet und wie sie beantragt werden können, finden Sie unter 
https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html.

Von besonderem Interesse im KfW-Sonderprogramm, das zuletzt bis 30.6.2021 verlängert wurde, sind die folgenden KfW-Programme:

KfW-Unternehmerkredit für Unternehmen älter 5 Jahre; ERP-Gründerkredit–Universell (jünger als 5 Jahre): Sondermaßnahme "Corona-Hilfe für Unternehmen" 
Die Programme stehen für junge und etablierte Unternehmen bis zu einem Gruppenjahresumsatz von 2 Mrd. Euro (bisher 500 Mio. EUR) zur Verfügung  - bei einem Kredithöchstbetrag von je 100 Mio. EUR für Investitionen und Betriebsmittel mit bis zu zwei tilgungsfreien Anlaufjahren.
Seit dem 22.4.2020 gilt für Kredite bis 800.000 Euro eine Kreditlaufzeit von max. 10 Jahren (bislang 5 Jahre). Für Kredite über 800.000 Euro ist eine erhöhte Kreditlaufzeit von max. 6 Jahre (bislang 5 Jahre) möglich.
Zur beschleunigten Abwicklung verzichtet die KfW bei Kreditbeträgen bis zu 3 Mio. Euro auf eine eigene Risikoprüfung und übernimmt die Risikoprüfung der Hausbank. Die KfW übernimmt im Rahmen der Sondermaßnahmen bis zu 90% des Risikos der Hausbank, für größere und Unternehmen bis zu 80 % (Vor der Coronakrise lagen die Haftungsfreistellungen bei max. 50 % bzw. gar keine für Betriebsmittel.).

Zinsverbesserungen: Die Zinsen liegen zwischen 1 % und 2,12 % p. a. für kleine und mittlere Unternehmen sowie für größere Unternehmen (bislang risikogerechtes Zinssystem nach Bonitäts-Besicherungsklassen).

KfW Konsortialfinanzierung: KfW-Kredit für Wachstum, Sondermaßnahme "Corona-Hilfe für Unternehmen" 
Die KfW bietet in der Coronakrise Risikoübernahmen bis zu 70% für Vorhabensfinanzierungen an, indirekt über Risikounterbeteiligungen an einer konsortialen Finanzierungsstruktur oder direkt als Konsortialpartner. Der Finanzierungsanteil der KfW beträgt mind. 7,5 Mio. EUR und max. 100 Mio. EUR. Die bisherige Beschränkung auf Investitionen in Innovation und Digitalisierung entfällt.

KfW-Schnellkredit für Mittelständler
Damit der Mittelstand leichter an Hilfskredite kommt, hat die Bundesregierung für Mittelständler, die in der Coronakrise in Not geraten sind, den KfW-Schnellkredit ins Leben gerufen. Zentraler Punkt dabei ist, dass der Bund bzw. die KfW die Hausbanken von sämtlichen Risiken und die Banken damit von der Haftung befreit, die mit dem KfW-Darlehen verbunden sind. 

Aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens und der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage im Zuge der Corona-Pandemie hata die Bundesregierung am 28.10.2020 beschlossen, den KfW-Schnellkredit nun auch für Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und Soloselbständigen bereitzustellen und bis zum 30.6.2021 zu verlängern. 
Seitdem sind Kredite in Höhe bis zu 25 % des Jahresumsatzes 2019 möglich, und zwar bis zu 300.000 EUR für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten, bis zu  500.000 Euro für Unternehmen mit 11 bis 50 Mitarbeitern sowie bis zu 800.000 EUR für größere Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten. Die Laufzeit der KfW-Schnellkredite beträgt 10 Jahren bei einem Zinssatz von 3% pro Jahr und 2 tilgungsfreien Jahren. Gesonderte Sicherheiten müssen nicht gestellt werden. Möglich ist auch die vorzeitige anteilige Tilgung ohne Vorfälligkeitsentschädigung und die Kombination mit anderen Corona-Hilfsprogrammen.
Voraussetzung für den Schnellkredit ist, dass ein Unternehmen zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen ist, d. h. im Jahr 2019 oder in der Summe der Jahre 2017 bis 2019 (bzw. seit sie am Markt aktiv sind, falls der Zeitraum kürzer ist) einen Gewinn erzielt haben. Die Kreditbewilligung dann erfolgt ohne Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Insbesondere wird eine Prognose zur Fortführung der Unternehmen, die für viele Betriebe nach den normalerweise üblichen Kriterien angesichts der weggebrochenen Umsätze schwierig ist, nicht benötigt.

 

5. Welche finanziellen Hilfen stellen die Bundesländer und ihre Förderbanken bereit?

Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie einzudämmen, haben ergänzend zum Bund alle Bundesländer ebenfalls Programme eingerichtet, um Selbständige, Freiberufler sowie kleine und mittlere Betriebe zu unterstützen, die durch die Coronakrise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Lage und in Liquiditätsengpässe geraten sind. Dabei werden "unbürokratisch und schnell umsetzbare" und teils auch mehrfach Zuschüsse je nach Bundesland und Unternehmensgröße gewährt.

Voraussetzung bei allen Hilfsprogrammen der Länder ist in der Regel, dass ein Betrieb vor Ausbruch der Krise wirtschaftlich tragfähig gewesen ist und ein Zuschuss für die Sicherung der beruflichen bzw. betrieblichen Existenz in der Coronakrise erforderlich ist. Auch müssen die Hilfsprogramme des Bundes oder andere zur Verfügung stehenden Unterstützungen bzw. Sozialleistungen (z. B. Kurzarbeitergeld, Grundsicherung) zunächst in Anspruch genommen werden bzw. beantragt werden. Eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage kann an einem erheblichen Honorarrückgang verdeutlicht und über den Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsatz vergangener Monate belegt werden.

Die Förderbanken der Bundesländer setzen die Bundesland spezifischen Förderangebot um, zu denen Überbrückungskredite, Liquiditätshilfen und nicht rückzahlbare Zuschüsse gehören. Die Zuschüsse der Bundesländer sind in der Regel bei den jeweiligen Landesförderinstituten zu beantragen.

Hinweise zu den besonderen Programmen auf Länderebene finden Sie auch bei der ARchitektenkammer in Ihrem Bundesland. Die Links zu den 16 Länderkammern finden Sie hier.

Detailshinweise und die Antragsformulare finden Sie online bei den Bundesländern und ihren Förderbanken:

Baden-Württemberg / L-Bank Baden-Württemberg:
Mecklenburg-Vorpommern / Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern:

https://www.lfi-mv.de/
https://www.lfi-mv.de/foerderungen/corona-soforthilfe

 

6. Was soll ich beachten, wenn ich meine Hausbank kontaktiere?

Bei notwendigen Überbrückungsfinanzierungen oder Liquiditätsengpässen sollte als erster Schritt zeitnah das Gespräch mit der Hausbank gesucht werden. Dass Sie das Bankgespräch gut vorbereitet führen sollen und aktuelle Bilanzen oder BWAs sowie eine Liquiditätsplanung griffbereit haben sollten, versteht sich von selbst.
Sie fragen bei Ihrer Hausbank wegen eines notwendigen Überbrückungskredits nach und verweisen auf die aktuellen Bürgschaftsangebote der Bürgschaftsbank, die diese Überbrückungskredite zu 80 % besichern sollen. Dir Hausbank ist auch diejenige, bei der Sie vergünstigte Kredite von KfW und den Landesförderbanken beantragen können bzw. müssen (Hausbankprinzip).

Eine Übersicht über die Förderkreditangebote der Bundesländer finden Sie unter:
https://bingk.de/blog/corona-foerdermassnahmen-der-bundeslaender/

Die Förderdatenbank des Bundes bietet einen Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU:
https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/Home/home.html

Erkundigen Sie sich über die Details zu möglichen Unterstützungsleistungen auf Länderebene auch bei der Architektenkammer in Ihrem Bundesland. Die Links zur den 16 Länderkammern finden Sie hier.

 

7. Wie helfen mir die Bürgschaftsbanken?

Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen können durch die Bürgschaftsbank des jeweiligen Bundeslandes besichert werden und ersetzen fehlende persönliche Sicherheiten. Wenn Sie bei Ihrer Hausbank wegen eines notwendigen Überbrückungskredit nachfragen, verweisen Sie auf die aktuellen
Bürgschaftsangebote der Bürgschaftsbank, die die Überbrückungskredite zu 80 % besichern können.
Eine kostenlose Vorabanfrage für ein Finanzierungsvorhaben können Unternehmen über das Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken (hier) ganz unbürokratisch stellen.
Wichtig für die schnelle Beurteilung Ihrer Finanzierungsanfrage und für die Begleitung einer Überbrückungsfinanzierung ist die Vorlage eines plausiblen Liquiditätsplans, aus welchem der erforderliche Kapitalbedarf hervorgeht.
Ihre für Sie zuständige Bürgschaftsbank finden Sie unter folgendem Link:

Infolge der Corona-Krise wurde bei den Bürgschaftsbanken wird der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Mio. Euro verdoppelt, darüber hinaus ist das Land zuständig. Die Obergrenze von 35 % Betriebsmitteln am Gesamtobligo der Bürgschaftsbanken wurde auf 50% erhöht.
Die Kreditherkunft spielt für die Bürgschaft keine Rolle, es können Kredite der KfW, Landesförderinstitute oder Hausbankkredite verbürgt werden.
Im Rahmen sog. Bürgschafts-Expressprogramme können die Bürgschaftsbanken Entscheidungen über Bürgschaften bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig (d. h. ohne Beteiligung der Länder) und innerhalb von drei Tagen treffen. Auch bei Betriebsmittelkrediten kann der Bürgschaftsrahmen von 80 Prozent ausgeschöpft werden.

 

Weitere FAQ

 8. Gibt es finanzielle Unterstützung für Beratungskosten in der Coronakrise?
 9. Gibt es eine Entschädigung bei Verdienstausfall durch Quarantäne?
10. Kann ich als Freiberufler aufgrund geringerer Einkünfte meinen Beitrag zum Versorgungswerk der Architekten reduzieren?
11. Meine Mitarbeiter sind arbeitsunfähig: Erhalte ich als Arbeitgeber eine Kostenübernahme?
12. Lassen sich die Beiträge zur Sozialversicherung strecken oder aussetzen?
13. Inwieweit kann ich meine Gewerbemiete mindern, stunden oder aussetzen?
14. Wurde die Insolvenzantragspflicht für durch die Corona-Epidemie geschädigte Unternehmen ausgesetzt?
15. Unter welchen Umstände kann ich einen Antrag auf Grundsicherung für Selbständige nach dem SGB II stellen?
16. Gibt es Überbrückungsgeld für Eltern?
17. Wo finde ich weitere Informationen - weitere hilfreiche Links.


Ausführliche FAQ zu wirtschaftlichen Fragen (Stand 16.11.2020) finden Sie hier. (PDF-Dokument, 799.2 KB)

 
 

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