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Stellungnahme der BAK zum CEN Mandatsentwurf Ökodesign
Bundesarchitektenkammer e.V. 19.07.2010

Ecodesign Directive 2009/125/EC - Mandatsentwurf Ecodesign Vorabkommentierung bis 23. Juli 2010 (NA 005 BR N870)

Erhebliche Bedenken bestehen zu dem Vorhaben eines „horizontalen“ Mandats, das so von der Bundesarchitektenkammer nicht mitgetragen wird. Das DIN muss nach unserer Auffassung eine deutliche Ablehnung zu der geplanten „horizontalen“ Mandatsform aussprechen.

Bei der Vielzahl bereits in CEN laufender Mandate im Bereich Umwelt / Nachhaltigkeit /Energieeffizienz /Bauprodukte, kann es nicht sein, dass nun quasi der EcodesignRL der Vorrang gegeben wird. Die mandatierten Arbeiten sind auf die in der EcodesignRL genannten Energy related products (Erps) zu beschränken. Der Bereich Bauprodukte sind auszunehmen, da hier bereits umfängliche Mandate z.B. zu Energieffizienz, „dangerous substances“, Nachhaltigkeit und Umweltdeklaration vorliegen. In dem Bereich der Bauprodukte gibt es daher bereits umfassend harmonisierte Normen, so dass für ein zusätzliches horizontales Mandat keine Notwendigkeit besteht.

Eine Berechtigung für ein horizontales Mandat ist deshalb nicht gegeben. Vielmehr ist anhand des Annex 1 der EcodesignRL zu extrahieren, für welche Produktbereiche eine Harmonisierung notwendig ist, um diese dann einer vertikalen Mandatierung zuführen zu können. Dabei wird es wichtig sein, die Abgrenzung bzw. Abstimmung zu vorhandenen Standardisierungsvorhaben/-mandaten, insbesondere zur Bauprodukten-Richtlinie respektive der derzeit in Arbeit befindlichen Bauproduktenverordnung zu klären, so z.B. zu

  • Basic requirement 3 “Hygiene, Health and the Environment„“
  • Basic requirement 6 “Energy economy and heat relation”
  • und zukünftig: Basic requirement 7 „Sustainable use of natural resources“

Gleiches gilt für das bereits mandatierte Vorhaben des CEN TC 350 „Sustainability of construction works“, die alle drei Sektoren der Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial) abdeckt.

Erhebliche Bedenken bestehen hinsichtlich der Praxisanwendbarkeit der zu entwickelnden Methoden zur Bewertung von Umwelt-Faktoren - specific wie auch generic requirements -, auf die das Mandat in zu allgemeiner Form abzielt. Im Bereich Umwelt liegt für viele Parameter noch kein Stand der Technik vor - Standardisierungsarbeit muss aber nach Satzung von CEN und DIN darauf beruhen. Insofern sind derzeit nur in geringem Umfang harmonisierte Normen zu erreichen. Die Arbeit in CEN TC 350 zeigt hierzu bereits die Schwierigkeiten - es werden Indikatoren benannt, zu denen es keine Bewertungsgrundlagen/Methoden derzeit gibt, die für die Planung oder Ausführung anwendbar sind.

Der Mandatsentwurf „Standardisation mandate to CEN, CENELEC und ETSI under Directive 2009/125/EC relating to harmonised standards in the field of Ecodesign“ lässt in der geplanten „horizontalen“ Form wegen mangelnder Transparenz nicht erwarten, dass er in der jetzt vorliegenden Form zur Förderung der Marktentwicklung beiträgt. Insbesondere im Bereich Bauen mit deren vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen werden intransparente, unverständliche und unabgestimmte Regelungen/Normanforderungen zu einem Markthindernis.


aufgestellt: 19.07.2010
Bundesarchitektenkammer


BAK-Stellungnahme CEN-Mandat, 19.07.10.pdfPDF (21Kb)DruckenDruckversion nach oben