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Eine altehrwürdige Einrichtung ist der Taut-Preis zugegebenermaßen noch nicht, aber bereits zum siebten Mal luden der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Bundesarchitektenkammer (BAK) am 6. September zu seiner Verleihung in den Bankettsaal des Bundeskanzleramtes ein. Die Preise für die jahrgangsbesten Abschlussarbeiten im Fach Architektur gingen dieses Jahr an Sebastian Brunke von der TU Braunschweig, Clara Gerhardt von der RWTH Aachen, Oke Hauser und Jennifer Weiss von der Universität Stuttgart sowie Janna Lipsky und Nikolaus Türk von der HafenCity Universität Hamburg. Anerkennungen erhielten außerdem René Büttner und Jörg Höfer von der TU Dresden sowie René Flietner von der FH Lippe und Höxter.
Die siebte Verleihung des Taut-Preises wird zumindest vorerst auch die letzte sein. Bereits vor der Preisverleihung hatte der BKM seinen künftigen Rückzug aus dem Taut-Preis angekündigt. So verließ FAZ-Korrespondent Dr. Heinrich Wefing auch kurzzeitig seine Rolle als Moderator und richtete einen dringenden Appell an den BKM, die Einstellung der Förderung noch einmal zu überdenken: „Der Taut-Preis hat bereits ein Gewicht und eine Bedeutung erlangt, die nicht leichtfertig preisgegeben werden sollte.“ Der Taut-Preis sei „die richtige Idee zur richtigen Zeit“ gewesen und es sei „eine kluge und richtige Entscheidung“ der Bundesregierung gewesen, „den Taut-Preis durch ihren Kulturbeauftragten fördern zu lassen“. Auch BAK-Präsident Prof. Arno Sighart Schmid mahnte in seiner Einführung eine „architekturbewusste Kulturpolitik“ an: „Altes Schubladendenken wie da Bautechnik und hier Ästhetik, da Baupolitik und hier Kulturpolitik können wir uns immer weniger leisten.“ Zuvor hatte Ministerialdirektor Prof. Dr. Hermann Schäfer die wegweisende Bedeutung der Brüder Bruno und Max Taut für die Architektur in Deutschland sowie generell die identitätsstiftende Wirkung gelungener Bauwerke gewürdigt. Höhepunkt der Taut-Preisverleihung 2007 war die Festrede von Jürgen Mayer H. Der vom SPIEGEL erst kürzlich als „Vertreter einer neuen Avantgarde“ gefeierte Architekt skizzierte mit Transparenz und Elastizität „zwei Ansatzpunkte einer architektonischen Annäherung an die räumlichen Parameter einer ,Architektur zwischen Zuständen’“. So definiere sich beispielsweise die Transparenz zu Beginn des 21. Jahrhunderts völlig neu: „Optische Transparenz wird durch elektronische Transparenz ersetzt. Transparenz in der Architektur wird jetzt zur Datenzugänglichkeit.“ Um solch neue Ideen zum Zuge kommen zu lassen, warb Marco Budeus, Taut-Preisträger des Jahres 2004, um „den Mut und das Vertrauen der Etablierten in junge Menschen.“ Dass sie es allemal wert sind, zeigen die auf den nächsten beiden Seiten von den Preisträgern selbst vorgestellten Siegerarbeiten 2007.
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