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Grußwort von Professor Arno Sighart Schmid, Präsident der Bundesarchitektenkammer zur Veranstaltung des Ministeriums für Kultur und Tourismus des Landes Korea auf der Buchmesse Frankfurt am 21.10.2005.
Asian Culture Complex (ACC) Gwangju - Kulturhauptstadt Asiens Korea ist das Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. Ich selbst hatte das Glück und das große Vergnügen, seit meinem ersten Koreabesuch im Jahr 1992 dieses großartige Land mehrmals wieder bereisen zu können, und dabei einige der überwältigenden kulturhistorischen Stätten wie die ehemalige Hauptstadt Kyongju mit ihren eindrucksvollen Königsgräbern, aber auch moderne Industriestädte wie Ulsan kennen lernen zu können. In Ulsan hatte ich die Gelegenheit, an einem internationalen Workshop für ein ökologisches Millennium- Park- Projekt teilzunehmen. Unübersehbar war bei diesen Besuchen, welches rasante wirtschaftliche Wachstum dieses Land in den dazwischen liegenden Jahren hatte, und mit welcher Geschwindigkeit sich vor allem die Hauptstadt Seoul entlang des Han und über die angrenzenden Hügellandschaften ausbreitet. Mit seiner jahrtausende alten Tradition und mit herausragenden kulturellen Leistungen, zum Beispiel in der Baukunst und in der Keramik, nimmt Korea eine wichtige Stellung im asiatischen Raum ein. Ich begrüße es daher außerordentlich, dass die koreanische Regierung mit dem Projekt „Gwangju – Kulturhauptstadt“, und dem ACC – Asian Culture Complex ein Kulturprojekt auf den Weg gebracht hat, das zur Drehscheibe asiatischer Kunst und Kultur werden soll, und damit auch die Bindeglied- und Brückenfunktion im südostasiatischen Raum neu definieren kann, die dem Land in der kulturhistorischen Entwicklung schon allein auf Grund seiner geographischen Lage wiederholt zukam. Gerade in den Zeiten rapider Expansion und der sich schnell ändernden wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen einer zunehmenden Globalisierung kommt der Pflege und Entwicklung der kulturellen Werte einer Gesellschaft eine ganz besondere Bedeutung zu. Und zwar nicht nur oder gar in erster Linie in einer erhaltenden, konservierenden und tradierenden Art und Weise. Dieser Aufgabe nehmen sich Denkmalschutz, Museen und weitere Institutionen in beispielhafter Arbeit an. Es geht vielmehr auch um die Pflege und pro-aktive Weiterentwicklung der Kultur als Ganzes. Und das muss auch die Prozess- und Verfahrenskultur mit einschließen, die in der Stadtplanung, in der Architektur und in der Landschaftsarchitektur eine ganz besondere Rolle spielen, Bereiche also, die bei Überlegungen zu einer Kulturhauptstadt mit im Vordergrund stehen. Wir hier in Deutschland, und da meine ich die Bundesarchitektenkammer im Zusammenwirken mit den anderen einschlägigen Kammern und Verbänden, bemühen uns deshalb seit Jahren, dem Thema „Baukultur“ auf allen Handlungsebenen wieder mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, und diese wichtige Arbeit durch die Einrichtung einer Stiftung auf Bundesebene zu verstetigen. Ziel ist es, der Baukultur in Deutschland mehr nationales und internationales Ansehen zu verschaffen. Mit unserem Netzwerk Architekturexport NAX wollen wir darüber hinaus der Architektenschaft – gerade auch auf dem Gebiet der Baukultur – eine Diskussions- und Arbeitsplattform geben. Ich freue mich deshalb sehr, an der Vorstellung der Pläne für eine permanente asiatische Kulturhauptstadt in Gwangju auf der Buchmesse 2005 in Frankfurt mitwirken zu können, und wünsche dem Projekt von Herzen einen vollen Erfolg!
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