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Begrüßung "Baukultur macht Schule" Veranstaltung der BAK und des Rats für Baukultur am Do 22.04.2004 10.00 bis 13.00 Uhr Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund, In den Ministergärten 1
Herzlich willkommen zur Veranstaltung "Baukultur macht Schule". Architektur ist eine der ältesten Kulturformen. Sie prägt unsere Umwelt, seitdem der Mensch sesshaft geworden ist. Architektur bestimmt das alltägliche Leben der Menschen weit mehr als Musik, bildende Kunst oder Literatur. Trotzdem ist Architektur heute kein selbstverständlicher Bestandteil des Schulun-terrichts. Das wollen wir ändern. Wir wollen, dass alle Menschen die Chance erhalten, Verständnis für ihre gebaute Umwelt zu entwi-ckeln. Wir wollen Bürgerinnen und Bürger, die bei der Entscheidung über Bauprojekte in ihrer Stadt oder in ihrem Dorf kompetent mitreden können, die sich vor Ort für die Stadtgestalt und das Stadtbild einsetzen - dazu gehören auch der Erhalt und die Pflege von Baudenkmalen als bauliche Zeugen un-serer Geschichte. Und wir wollen Politiker, die wissen was sie tun, wenn es darum geht, die gebaute Umwelt zukunftsfähig zu machen. Die Beschäftigung mit Architektur und Denkmalschutz schult das Sehen und Erleben, das historische und das ökologische Bewusstsein. Man sieht nur, was man weiss. Ich erinnere mich an ein Projekt meiner alten Schulen über das Thema "Stadt". Was da von den Schü-lerinnen und Schülern aus Geschichte, aus Architektur, aus Wirtschaft, Literatur, Soziologie, Geogra-phie und Kunstgeschichte zusammengetragen und zusammengefügt wurde, floss in die traditionellen Schulfächer ein und hat sie belebt und bereichert. Welchen Beitrag kann unsere heutige Veranstaltung leisten, damit Baukultur, Architektur, Denkmal-schutz ihren Ort auch in den Schulen unseres Landes finden? Zum einen wollen wir den guten Beispielen, von denen es inzwischen viele gibt, ein Forum bieten und damit anregen, den Austausch untereinander zu intensivieren. In einigen Ländern - etwa in Hessen, Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin - gibt es nachahmenswerte Beispiele. Wir können viel voneinander lernen. In Deutschland muss nicht alles 16-mal neu erfunden werden: in der Kulturpo-litik ist Abschreiben erlaubt (nicht nur von Finnland, aber natürlich auch von dort!) Zum anderen wollen wir in das kulturelle Umfeld einwirken und die schulpolitische Landschaft verän-dern. Der pflegliche, rücksichtsvolle Umgang mit der eigenen Umwelt hat etwas mit Bewusstsein, mit Verständnis zu tun. Wenn das in den Schulen vermittelt wird, wird sich die Umwelt zum Besseren ver-ändern. Der deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Kulturverbände in Deutschland, arbeitet seit Oktober 2002 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an einer "Konzeption für Kulturel-le Bildung in der Bildungsreformdiskussion", die im September dieses Jahres vorgelegt werden soll. Am 29. September wird die Abschlusskonferenz mit der Bundesministerin Edelgard Bulmahn und der Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzischen Kultusministerin Doris Ahnen stattfinden. Die Bundesarchitektenkammer ist Mitglied des Rates für Baukultur im Deutschen Kulturrat und will mit dieser Tagung deutlich machen, dass eine Konzeption Kulturelle Bildung ohne Architektur und Denk-malspflege nicht denkbar ist. Ich freue mich, dass Herr Professor Dr. Max Fuchs, der Vorsitzende des Deutschen Kulturrats, gleich in die aktuelle Debatte zur kulturellen Bildung einführen wird. Eine andere wichtige kulturpolitische "Baustelle" ist die Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" des Deutschen Bundestags, die bis zum Ende der 15. Legislaturperiode ihre Empfehlungen vorlegen wird, unter anderem zur kulturellen Bildung. Ich freue mich, unter uns die Vorsitzende dieser wichtigen Enquete-Kommission, Frau Gitta Connemann, Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Bundes-tag, begrüßen zu dürfen. Für die Diskussion über die Frage "Was tut die Politik" haben wir Achim Grossmann, Parlamentari-scher Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, -Bau- und Wohnungswesen und SPD-Bundestagsabgeordneter gewonnen, der für die Bundesregierung die "Initiative Architektur und Bau-kultur" ins Leben gerufen hat. Martin Gorholt, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Land Brandenburg, vertritt hier die Kultusministerkonferenz, Thomas Krüger, langjähriger SPD-Kollege im Bundestag, heute Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, und Dr. Otto Seydel vom Institut für Schulentwicklung in Überlingen sind Fachleute, auf deren Beiträge wir gespannt sind. Frau Dr. Claudia Schwalfenberg, Sprecherin des Rates für Baukultur und Öffentlichkeitsreferentin der Bundesarchitektenkammer wird die Diskussion leiten. Sie alle heisse ich willkommen, und jetzt hat Professor Dr. Max Fuchs das Wort.
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