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Ergebnisse der Befragung des ifo Instituts zur Auftragssituation der freischaffenden Architekten im Oktober/ November 2009 ifo Architektenumfrage: Geschäftsklima auf 15-Jahres-Hoch Nach den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts bei den freischaffenden Architekten hat sich das Geschäftsklima erneut verbessert. Der Klimawert ist dabei erstmals seit 15 Jahren wieder in den positiven Bereich vorgedrungen. Damals, im Frühjahr 1995, ging eine rund 5-jährige, blendende konjunkturelle Phase für die freischaffenden Architekten zu Ende. Diese war ganz wesentlich von dem immensen Auftragsschub im Gefolge der Wiedervereinigung geprägt gewesen. Heute ist es genau umgekehrt. Das Klima hat sich seit rund 5 Jahren nur ganz behutsam – und begleitet von zwei Rückschlägen – aufgehellt und darf nun als „gut“ bezeichnet werden. Ein Drittel der Bundesländer hinkt der positiven Entwicklung noch etwas hinterher, am offensichtlichsten Rheinland-Pfalz und Brandenburg. Zu Beginn des Berichtsquartals überwogen bei den befragten Architekten – wie bereits im Vorquartal – die positiven Urteile zur Geschäftslage. Der Anteil der Testteilnehmer, die ihre aktuelle Lage als „gut“ bezeichneten, stieg zwar nur von 33 auf 36%; der Anteil der „schlecht“ - Meldungen schrumpfte jedoch gleichzeitig von 29 auf 24%. In Schleswig-Holstein und im Saarland waren die Architekten mit ihrer Auftragssituation am zufriedensten. Die Perspektiven verbesserten sich hingegen nicht. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass bei einer sichtlichen Verbesserung der Lage selbst ein „nur“ gleich bleibender Optimismus bezüglich der Geschäftserwartungen positiv zu werten ist. So ging im Berichtsquartal jeder achte Testteilnehmer (Vorquartal: 9%) von einer „eher günstigeren“ Auftragssituation in etwa einem halben Jahr aus. Der Anteil der Architekten, die eine „eher ungünstigere“ Entwicklung erwarteten, stieg allerdings gleichzeitig von 15 auf 19%. Überwiegend optimistisch äußerten sich bereits die Architekten in Schleswig-Holstein, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Anteil der freischaffenden Architekten, die im Verlauf des 3. Quartals 2009 neue Verträge abschließen konnten, verringerte sich lediglich geringfügig von 54 auf 53%. Berücksichtigt man, dass die Auftragseingänge im 3. Quartal – bedingt durch die geringere Akquisitionstätigkeit der Architekten in den bevorzugten Urlaubsmonaten Juli und August – tendenziell schwächer ausfallen, so kann sogar von einer recht stabilen Vergabesituation gesprochen werden. Abschlussquoten von rund 60% wiesen die Architekten in Schleswig-Holstein, Saarland, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern auf. Das geschätzte Bauvolumen aus den neu abgeschlossenen Verträgen (Neubauten ohne Planungsleistungen im Bestand) lag im Durchschnitt aller Bundesländer im 3. Quartal 2009 knapp 10% über dem Niveau des Vorquartals. Dabei stand einem geringfügigen Rückgang im Wohnungsbau ein Anstieg um rund 17% im Nichtwohnbau gegenüber. Im Wohnungsbau war die Nachfrage nach Planungsleistungen für Ein- und Zweifamilienhäuser zum dritten Mal in Folge aufwärts gerichtet, wenngleich das Plus mit 3% äußerst bescheiden ausfiel. Dieser kleine Anstieg reicht jedoch aus, um die Hoffnung auf einen Fortbestand des bislang nur schwach ausgeprägten Aufwärtstrends am Leben zu halten. Das insgesamt akquirierte Auftragsvolumen war so groß wie letztmals vor rund 2½ Jahren. Der Umfang der Planungsaufträge erhöhte sich in fast allen Bundesländern. Lediglich in der Großregion Nord (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen) sank das Volumen der gesamten Planungsaufträge in diesem Teilsegment merklich. Demgegenüber ist die Vergabe von Planungsleistungen zum Bau von Mehrfamiliengebäuden weiterhin äußerst unbefriedigend. Nach einer moderaten Belebung im Verlauf des 2. Quartals schrumpfte das Planungsvolumen im Berichtsquartal bereits wieder. Besonders betroffen waren die Architekten in Ostdeutschland, in deutlich abgeschwächtem Umfang auch die Architekten in der Großregion Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland). Nach dem scharfen Einbruch der Planungsaufträge von gewerblichen Auftraggebern im 2. Halbjahr 2008 vollzogen sich die weiteren Rückgänge im Verlauf des Jahres 2009 nur noch in relativ kleinen Schritten. Dennoch erreichte die Summe der gewerblichen Aufträge im Berichtsquartal nur noch gut ein Drittel des Spitzenwertes aus dem Jahr 2006. Ein ähnlich geringes Augtragsvolumen verzeichneten die Architekten letztmals vor über 5 Jahren. Eine vergleichsweise „günstige“ Entwicklung zeichnete sich dabei bei den Architekten in der Großregion Mitte ab. Hier konnten die Architekten in der Konsolidierungsphase der letzten 3 Quartale den Umfang ihrer Aufträge sogar kontinuierlich erhöhen. Die Ordertätigkeit öffentlicher Auftraggeber befindet sich weiter im Aufwärtstrend. Verglichen mit dem überaus niedrigen Niveau der Jahre 2003 – 2005 hat sich das Vergabevolumen der öffentlichen Hände im Berichtsquartal sogar mehr als verdoppelt. aus. Diese positive Entwicklung kann über alle Bundesländer bzw. Großregionen hinweg beobachtet werden. Die Reichweite der Auftragsbestände erreichte ein neues Hoch. Zum 30.9.2009 wiesen demnach die befragten Architekten Auftragsreserven in Höhe von durchschnittlich 5,5 Monaten auf – volle 2 Monate mehr als vor 6½ Jahren. Deutlich unter dem Durchschnittswert für alle Bundesländer waren die durchschnittlichen Auftragsbestände der freischaffenden Architekten in Thüringen (3,2 Monate) und Brandenburg (3,9 Monate). Im Saarland, aber auch in Berlin, Schleswig-Holstein, Bayern und Sachsen lagen die durchschnittlichen Auftragspolster sogar bei über 6 Monaten. Erich Gluch Die aktuelle ifo Architektenumfrage sowie ältere Ergebnisse erhalten Sie als pdf-Dateien am Ende dieser Seite.
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