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Politische Netzwerke und Initiativen
Bundesarchitektenkammer e.V. / Alexandra Ripa 02.07.2007

Bayerische Architektenkammer

Die Bayerische Architektenkammer hat bereits am 04.11.2002 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung die Schrift „Architekturpolitik in Bayern“ vorgestellt, die auf eine Resolution der Vertreterversammlung vom 24.11.2000 zurückgeht. In der Folgezeit befasste sich eine Arbeitsgruppe, der Vertreter der Bayerischen Staatsbauverwaltung, des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, der kommunalen Spitzenverbände, des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau und der Bayerischen Architektenkammer angehörten, mit einzelnen Forderungen dieser Resolution. Insbesondere wurde das Thema „Beratung von Bauwilligen und Bauherren - Beratung als Ziel der Politik“ bearbeitet. Diese Beratung von Bauherren durch freischaffende Architekten sollte bereits im Vorfeld, wenn sich der Bauherr erste Gedanken über sein Bauvorhaben oder eine Veränderung am bestehenden Gebäude macht, einsetzen. Sie sollte einen Beitrag zur Deregulierung und Entstaatlichung und gleichzeitig zur Stärkung der Baukultur im Freistaat Bayern leisten.

Leider zeigte sich bei Gesprächen mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern und den kommunalen Spitzenverbänden, dass sich eine solche Initiative nicht finanzieren lässt, so dass das Vorhaben zurückgestellt werden musste.

Bei einer Reihe von Gesprächen mit Vertretern der Bayerischen Staatsregierung, des Landtags, der kommunalen Spitzenverbände, einzelner Kommunen und weiteren für Fragen des Planens und Bauens zuständigen Institutionen wurde im Rahmen der Erörterung der derzeit laufenden Novellierung regelmäßig auch das Thema „Beratung von Bauherren/Einrichtung von Gestaltungsbeiräten“ behandelt.

Die Forderungen der Bayerischen Architektenkammer zu Architektur und Baukultur wurden auch im Aufruf zur Landtagswahl 2003 zusammengefasst, der allen Kandidaten zugeleitet wurde.

Weiterhin bilden die im Oktober 2003, im Mai 2004 und im Mai 2006 eingerichteten Treffpunkte Architektur für Unterfranken, Ober- und Mittelfranken sowie Schwaben Plattformen für die Architektenverbände und Gruppierungen sowie auch alle Kammermitglieder in den Regionen, um ein konzentriertes Auftreten zum Thema „Architektur und Baukultur“ zu ermöglichen und die Präsenz der Kammer in diesen Bereichen zu stärken. Mit einer Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen wird die interessierte Öffentlichkeit angesprochen; auch die Architektenkammer hat hier Stützpunkte für Fortbildungsseminare und öffentliche Veranstaltungen. Die von den Treffpunkten in halbjährlichem Rhythmus herausgegebenen Veranstaltungskalender bündeln die Initiativen der regionalen Verbände und Gruppierungen und machen sie breit zugänglich.

Treffpunkte für die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz befinden sich in Vorbereitung.


Brandenburgische Architektenkammer

Stadtumbau - Schwerpunktthema der Kammer
Der Stadtumbau wird auch im Jahr 2005 ein Schwerpunktthema der Brandenburgischen Architektenkammer sein. Mit Architekten­werkstätten in Finsterwalde, Eberswalde, Brandenburg an der Havel, Frankfurt (Oder) und Jüterbog konnte die Kammer gute Kontakte zu den Kommunen aufbauen. Ergebnis der Werkstatt in Jüterbog war sogar die Auslobung eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs. Nach wie vor steht die Kammer zu den Prämissen der „Vision Stadtumbau“. Die Fortbildungs­reihe „Stadtumbau – Bauen im Bestand“ soll Mitgliedern und Absolventen ein gutes Rüstzeug zu dem Thema geben.

Mit dem Programm „Stadtumbau Ost“ werden durch Bund und Länder von 2002 bis 2009 insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro für die Stadterneuerung zur Verfügung gestellt. Die Finanznot der Kommunen macht es schwer, die notwendige Kofinanzierung aufzubringen; sodass die dringend notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation in den Stadtumbaugebieten hintan stehen. Es wird immer deutlicher, dass der Stadtumbau ein Anliegen ist, das alle Lebensbereiche in unserem Land berührt. Es kann von der Politik nur richtig erfasst werden, wenn es ressortübergreifend in seiner Gesamtheit gesehen wird. Die Kammer wird sich an Gesprächen und Fachtagungen intensiv beteiligen.

Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen

Im März 2004 wurde der Verein „b.zb - Bremer Zentrum für Baukultur“ gegründet, der allen Menschen im Land Bremen offen steht und sich mit dieser Offenheit von den Berufsorganisationen, Architektenvereinen und -verbänden abhebt. Gründungsmitglieder der b.zb sind
  • der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr – als Träger des öffentlichen Planens und Bauens,
  • die Architektenkammer der Freien Hansestadt Bremen - als Repräsentantin des architektonisch-professionellen Baugeschehens,
  • die Bremer Hochschulen mit dem Institut ARCHITOP - als Vertreter der Kulturwissenschaften und Baugeschichte,
  • das Focke-Museum - als kulturhistorisch-didaktische Instanz in Bremen.
Das Bremer Zentrum für Baukultur (b.zb) verfolgt ein doppeltes Ziel: Zum einen werden Bremer Bau- und Planungsdokumente (vorrangig aus den letzten sechs Jahrzehnten) zusammengetragen und wissenschaftlich ausgewertet. Zum anderen soll ein Treffpunkt für interessierte Bremer Bürger und Baufachleute entstehen. Hier werden mit Ausstellungen, Vorträgen, Diskussionen, Führungen und sonstigen Veranstaltungen allgemeine und auf Bremen bezogene Fragen der Baukultur aufgegriffen und diskutiert.
Der Standort des Bremer Zentrums für Baukultur (b.zb), der „Speicher XI“ in der Bremer Überseestadt, wurde mit Bedacht gewählt: Das entstehende Quartier im alten Hafengebiet wird wie kein anderer Ort in den nächsten Jahren den städtebaulichen Wandel Bremens verkörpern. Gerade hier wird Bremen besondere Akzente setzen, wenn sich die Stadt für die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt vorbereitet.
Stichwort „Kulturhauptstadt“: Hier hat das b.zb eine wichtige Funktion im Bewerbungsprozess Bremens zur Europäischen Kulturhauptstadt 2010 übernommen: In der personellen Mischung aus Baubehörde, Wissenschaft, Berufspraxis und Museum erweist sich das Bremer Zentrum für Baukultur als legitime Beratungsinstanz in Fragen von baukulturellem Belang.

Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen

Der Vorstand der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen hat einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der Wünsche und Forderungen in Bezug auf eine „Hessische Architekturpolitik“ formuliert sind. Auf Anregung der AKH hin hat es verschiedene Grundsatzgespräche unter der Federführung und auf Einladung von Ministerpräsident Roland Koch („Hintergrundgespräche Baukultur“) gegeben. – Das Anliegen der AKH ist es, in der Öffentlichkeit noch deutlicher hervorzuheben, welche Bedeutung Architekturqualität hat. Vor allem muss auch klar werden, dass gute Architektur nicht nur allgemein eine gesellschaftliche Bereicherung bringen kann. Vielmehr geht es gleichzeitig auch um die Profilierung des Bundeslandes Hessens im internationalen Wettbewerb, um die Steigerung der Chancen für den „Architekturexport“ etc. Erfreulicherweise hat die Landesregierung in ihrer Regierungserklärung die gezielte Förderung der Baukultur als ein wichtiges Ziel bezeichnet. Die AKH gehört zu den Initiatoren der inzwischen gegründeten Landesinitiative "+Baukultur in Hessen" und arbeitet in beständiger Kooperation mit der Initiative. Dies zeigt sich u.a. anschaulich daran, dass die Auftaktveranstaltung der Landesinitiative mit dem Landesauftakt zum Tag der Architektur gekoppelt wurde!

Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern

Initiator der Initiative Baukultur in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) war 2001 die Architektenkammer in Kooperation mit der Ingenieurkammer M-V und dem Ministerium für Arbeit, Bau und Landesentwicklung M-V. In einer von der Kammer geleiteten interministeriellen Arbeitsgruppe (Teilnehmer: Ministerien, die im Landtag vertretenen Parteien, kommunale Spitzenverbände, Ingenieurkammer) wurden 21 Thesen zur Entwicklung von Baukultur in M-V erarbeitet. Das Thesenpapier einschließlich Erläuterungen ist unter der Internetadresse www.architektenkammer-mv.de abrufbar.
Verankerung in politischen Beschlüssen
  • Beschluss des Landtages M-V zur Initiative Baukultur vom 26. Juni 2003
  • Aufnahme der Baukulturinitiative in die Koalitionsvereinbarung der Landesregierung im Jahre 2002
  • Aufnahme der Baukultur in die Leitlinien und Fachkapitel des Raumentwicklungsprogramms M-V (2005)
Aktivitäten der AK M-V in Kooperation mit anderen Partnern (z.B. Ministerien)
  • Mitarbeit in der Projektgruppe Baukultur der Fachkommission Städtebau der ARGEBAU
  • Verankerung der Baukultur in den Richtlinien zum Stadtumbau
  • Durchführung von Regionalkonferenzen im Land zur Baukultur
  • Durchführung von Planerwerkstätten

Architektenkammer Niedersachsen

Die Architektenkammer Niedersachsen hat in politischen Gesprächen mit der Landesregierung seit langem darauf gedrängt, dass das Thema „Baukultur“ auch in Niedersachsen politisch aufgegriffen werden sollte. Diesem Anliegen ist, vor allem im Hinblick auf die schwierige Haushaltssituation, bisher nicht entsprochen worden.

Der Niedersächsische Landtag hat in einer Entschließung vom Juli 2006 zwar einerseits auf die Bedeutung der Baukultur im Sinne eines „sichtbaren Markenzeichens“ für das Land hingewiesen. Gleichzeitig wurde der Landesregierung jedoch lediglich der Auftrag erteilt, im Dialog mit Kammern und Verbänden darauf hinzuwirken, dass das öffentliche Bewusstsein für qualitätvolle Architektur  gestärkt wird.

Die Landesregierung plant die Bildung eines Netzwerkes zum Themenfeld „Baukultur“. Gegenwärtig bestehen hierzu jedoch lediglich Vorüberlegungen. Insbesondere eine Geschäftsstelle für das Netzwerk ist bisher nicht gebildet worden.

Die Architektenkammer hat der Landesregierung angeboten, im Sommer 2007 ein gemeinsames Baukultur-Symposium zu veranstalten. Ziel ist es, Multiplikatoren gegenüber deutlich zu machen, welche positiven Wirkungen mit guter Architektur verbunden sind. Das Symposium soll sich vor allem an Entscheidungsträger in den niedersächsischen Kommunen richten, aber auch Handlungsempfehlungen für alle anderen Akteure entwickeln.

Architektenkammer Nordrhein-Westfalen

Die Initiative StadtBauKultur NRW wurde im Jahr 2001 vom nordrhein-westfälischen Bauministerium gemeinsam mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, der Ingenieurkammer-Bau NRW, der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände, der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern, den Verbänden der Bau- und Wohnungswirtschaft sowie Künstlerinnen und Künstler in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Sie will deutlich sichtbare Zeichen für mehr Qualität beim Bauen, für lebens- und liebenwerte Städte und Gemeinden und für einen bewussteren Umgang mit den baulichen Zeugnissen der Geschichte setzen. In einem 2003 veröffentlichten Memorandum wird die hohe soziale, ästhetische und ökonomische Bedeutung von Architektur und Baukultur hervorgehoben.

Die Initiative StadtBauKultur NRW hat in den ersten fünf Jahren ihres Bestehens eine Vielzahl von Projekten durchgeführt, die zum Ziel hatten, eine breite Öffentlichkeit mit Fragen der Architektur, des Städtebaus und der Baukultur in Berührung zu bringen. Die Architektenkammer NRW hat u. .a den „Tag der Architektur“, die Kampagne „1.000 Baulücken in NRW“, das Aktionsprogramm „Architektur macht Schule“ und verschiedene singuläre Projekte wie die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW“, den Internationalen Architekturkongress Jersey 2003 und andere Veranstaltungen in die Landesinitiative eingebracht.

Auch nach dem Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2005 arbeitet die Initiative mit großem Elan weiter. Der Minister für Bauen und Verkehr des Landes NRW, Oliver Wittke, unterstützt die Initiative mit voller Kraft. Thematisch sollen in den kommenden Jahren die Themen „Erneuerung des Bestands“, „Architekturexport“ und „Qualitätvolle Architektur in Stadt und Land“ in den Fokus rücken.

Architektenkammer Rheinland-Pfalz

Die Idee zur Initiative "Runder Tisch Baukultur" – erstmals von Kammerpräsident Franz anlässlich der 50-Jahrfeier der Architektenkammer Rheinland-Pfalz im März 2000 geäußert – beginnt Konturen anzunehmen. Ausgehend von einer Architekturpolitik in Finnland wurde der Kammervorschlag für eine regionale Initiative Architektur und Baukultur von Ministerpräsident Beck aufgenommen und als "Runder Tisch Baukultur" in der Koalitionsvereinbarung vom April 2001 fortgeschrieben.
Am 25. März 2003 fand die Konstituierung des "Runden Tisch Baukultur" mit führenden Persönlichkeiten aus den Bereichen Planen, Bauen und Wohnen im Staatstheater Mainz statt. Das moderne Dachrestaurant mit Blick auf den Martinsdom bot das architektonische Umfeld für die Auftaktveranstaltung unter Beteiligung von Finanzminister Mittler sowie Kammerpräsident Franz.
In der von Reinhard Hübsch, dem Ressortleiter Kultur im Hörfunkprogramm des SWR, moderierten Talkrunde nahmen Ministerpräsident Kurt Beck, Kardinal Karl Lehmann, Prof. Dr. Marbod Muff, Mitglied der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, sowie Prof. Albert Speer Stellung zur Initiative des Runden Tisches. Ministerpräsident Beck forderte, die Kommunalverfassung müsse im Interesse einer aktiveren Beteiligung der Bürgergesellschaft geöffnet werden. Hierfür sei eine stärkere Berücksichtigung von Planen und Bauen in der Schule gerade auch im Hinblick auf ein Ganztagsangebot sinnvoll und wünschenswert. Die Stellungnahmen anderer an der Initiative Runder Tisch Baukultur beteiligter Ressorts wie dem Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage, dem Kulturminister Prof. Dr. Jürgen Zöllner, der Umweltministerin Margit Conrad und der Binger Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen als Vertreterin der Kommunen sowie des Mitinitiators der Bundesinitiative Architektur und Baukultur Prof. Gert Kähler, Hamburg, waren in einem Videoclip zugespielt worden.
Im Sinne einer Stärkung des Diskurses Baukultur ist im Internet eine Seite eingerichtet, auf der nicht nur der derzeitige Stand dokumentiert ist, sondern wo auch Kommentare, Vorschläge, Beiträge eingestellt werden können: www.baukultur.rlp.de.
Am 4. September 2003 hatten Finanzministerium und Architektenkammer zu einer Bestandsaufnahme zur Baukultur in Rheinland-Pfalz nach Koblenz in die Universität geladen. Vorausgegangen war eine Weiterentwicklung des Gedankens des Runden Tisches zum Dialog Baukultur. Wie Kammerpräsident Franz in seiner Begrüßung feststellte, wurde der dynamische "Dialog" gewählt, um nicht nur den Gesprächs- und Prozesscharakter zu verdeutlichen. Vielmehr geht es auch darum, die Umsetzung der jeweiligen Gesprächsergebnisse in konkretes Handeln zu garantieren. So stellte Franz fest, dass Baukultur alle Sparten der Befassung und Gestaltung unseres Lebensraumes beinhaltet, aber auch die notwendigen politischen und administrativen Umsetzungen. Letztendlich bedürfe es des Bewusstseins der Akzeptanz, ja Verinnerlichung von Baukultur in allen gesellschaftlichen Schichten. Dabei stellte er folgende Fragen:
  • Waa ist baukulturelle Qualität und was bedeutet sie uns?
  • Was ist förderungswürdig, schutzwürdig?
  • Was verdient unseren Respekt, unser Engagement?
Aus dieser Stärke-/ Schwächeanalyse werden nun gemeinsam Projekte zu definieren sein, zu denen die oben genannten in jedem Fall zählen werden.

Architektenkammer Sachsen

Im Jahr der Begründung der Initiative Architektur und Baukultur 2000 formulierte die AKS „Positionen für Beruf und Politik“ mit folgenden strategischen Zielen:
  1. Die Zukunft von Architekten sichern
  2. Pflege, Förderung und wirksame Unterstützung von Planungs- und Baukultur – gesellschaftlicher Auftrag und Verpflichtung
  3. Architektur- und Planungsbüros – freie Berufsausübung in ca. 1000 mittelständisch strukturierten Unternehmen des Wirtschaftsstandortes Sachsen
Gemeinsam mit der Sächsischen Staatsregierung wurde die Initiative „Junge Junge, Architektur!“ zur Förderung von Absolventen und jungen Kammermitgliedern begründet und mit einem Architekturwettbewerb „Trautes Heim“ gestartet.
Als berufspolitisches Grundsatzpapier beschlossen die Mitglieder der Vertreterversammlung im Frühjahr 2002 die Resolution „Initiative ArchitekturPolitik – Planungs- und Baukultur in Sachsen“. Die Initiative soll unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Sächsischen Landtages stehen.
Die Initiative versteht sich als engagiertes Bekenntnis der Berufsvertretung der sächsischen Architekten und Stadtplaner und der weiteren Initiatoren sowie als Aufforderung an alle politischen und staatlichen Verantwortungsträger, „Baukultur als Anspruch der Gesellschaft“ (siehe den „Bericht der Bundesregierung – Initiative Architektur und Baukultur“ vom 29. April 2002) im öffentlichen Bewusstsein zu entwickeln und zu stärken.
Geplant sind berufspolitische Foren zu den einzelnen ArchitekturPolitik-Themen zur Herausarbeitung einer Wahlplattform für die Landtagswahl 2004.
Die Architektenkammer Sachsen wird ihr berufsständisches Wirken profilieren, um neben der allgemeinen „Bedeutung der Qualität der baulichen Umwelt“ auch die spezifische Rolle und Verantwortung von Architekten und Stadtplanern, die Grundsatzfragen der Berufsausübung sowie die Bedeutung und Funktion von Architektur, Städtebau und Landschaftsgestaltung als wesentliche, weil formgebende Elemente, in die gesellschaftliche Debatte zu integrieren.
Dazu wird sie die Themen Bildung, Wettbewerb, Wirtschaftlichkeit sowie Planungs- und Architekturqualität berufsöffentlich und öffentlich kommunizieren.

Initiative ArchitekturPolitik

PLANUNGS- UND BAUKULTUR IN SACHSEN
Eine Gemeinschaftsinitiative der Architektenkammer Sachsen, der Klasse Baukunst der Sächsischen Akademie der Künste, der Architekten ausbildenden Hochschulen, der Berufs- und Fachverbände sowie von Interessenvereinigungen, in denen sich Architekten und Stadtplaner als Angehörige eines Freien Berufes im Freistaat Sachsen für die öffentlichen Interessen um Planungs- und Baukultur engagieren.
Es ist das Anliegen der Initiative,
  • den öffentlichen Dialog über die Bedeutung und Funktion der Architektur heute, über Planungs- und Baukultur – begründet in der bundesweiten „Initiative Architektur und Baukultur“, auch im Freistaat Sachsen vor allem in den parlamentarischen Raum zu tragen und so dem Anliegen zu breiterer gesellschaftlicher Anerkennung und Beachtung zu verhelfen.
  • die Themen mit den Mitgliedern des Sächsischen Landtages, der Legislativen in Städten und Gemeinden, der Staatsregierung, den kommunalen Spitzenverbänden und mit weiteren für das Planen und Bauen Verantwortlichen zu erörtern mit dem Ziel, Planungs- und Baukultur als gesamtgesellschaftlichen Anspruch, somit als Aufgabe aller Beteiligten, zu begreifen und die Bedeutung der Qualität der baulichen Umwelt in der Gesellschaft bewusst zu machen und zu verankern.
Außerdem ist es das Anliegen der Initiative und ihrer Mitglieder, neben Abstimmung und Dialog für das berufspolitische Bündnis, ihre Gemeinsamkeiten und ihre Profile in die gesellschaftliche Debatte zu tragen und Synergien in der Vertretung öffentlicher, fachlicher, berufsständischer und Verbraucherinteressen zu erzielen.

Es ist das Ziel der Initiative, die „Bedeutung der Qualität der baulichen Umwelt und die Förderung von Planungs- und Baukultur im Freistaat Sachsen“ in einer Entschließung des Sächsischen Landtages zu verankern. Die Resolution „Initiative ArchitekturPolitik“ wurde am 24. Mai 2002 im HAUS DER ARCHITEKTEN, dem Sitz der Architektenkammer Sachsen, von den Mitgliedern der 27. Vertreterversammlung der AKS beschlossen.

Architektenkammer Sachsen-Anhalt

Die Landesinitiative Architektur und Baukultur wurde in Sachsen-Anhalt auf Anregung der Architektenkammer  im Mai 2001 gestartet. Die Architektenkammer übernimmt die Koordination der Maßnahmen im Rahmen der Initiative. Das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr stellt für das Projekt eine finanzielle Unterstützung für die weitere Umsetzung bereit.
Die Bilanz des aktiven Engagements ist positiv, was die Initiatoren zur intensiven Arbeit und zur weiteren Intensivierung der Anstrengungen aktiviert.
Informationen und Projekte unter http://www.ak-lsa.de/index.php?id=architektur-baukultur

Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein führte die Initiative der Kammer, eine Große Anfrage der SPD-Fraktion zur Baukultur auf den Weg zu bringen, zum Erfolg. Die Fraktion richtete am 7. Mai 2002 die "Große Anfrage Baukultur in Schleswig-Holstein" an die Landesregierung.

Die Kammer begleitete die "Große Anfrage Baukultur in Schleswig-Holstein" mit einer aktiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Schon im Vorfeld griff Innenminister Klaus Buß die Anregung des Kammerpräsidenten Uwe Ferdinand auf, einen "Runden Tisch für Baukultur" einzurichten, an dem sich Vertreter der Planer, der Landes- und Kommunalpolitik, der Bauverwaltung und der Bauwirtschaft beteiligen sollen. Erste Vorgespräche fanden bereits im April 2002 statt. Die „Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der Fraktion der SPD“ wurde im November 2002 von der Landesregierung vorgelegt und kann auf der Homepage des Landtags Schleswig-Holstein (Drucksache 15/2221) unter http://www.lvn.ltsh.de/infothek/wahl15/drucks/2200/drucksache-15-2221.pdf abgerufen werden. Mit dieser Antwort wurde ein umfassendes Kompendium über die gegenwärtige Situation im Lande erarbeitet, das eine solide Grundlage für alle weiterführenden Überlegungen abgibt. Die Thematik wurde im Anschluss an die Landtagsdebatte an die Fachausschüsse übertragen. Ziel ist einerseits die Bewusstseinsbildung auf breiter Basis, andererseits auch die Schaffung von Strukturen, um die Baukultur im Lande zu fördern.
Bedingt durch die Strukturreform des Ausschusswesens in der schleswig-holsteinischen Kammer wird sich der neu gewählte Hauptausschuss in nächster Zeit mit neuen Initiativen zur Stärkung der Baukultur in Schleswig-Holstein befassen.
Von der Gründung einer eigenen Landesstiftung wird abgesehen werden, es wird aber ein in sich stimmiges Gesamtkonzept mit zahlreichen öffentlichen und privaten Partnern entwickelt werden.

Architektenkammer Thüringen

Die Architektenkammer Thüringen errichtete mit Beschluss ihrer Vertreterversammlung vom 22. März 2002 in Erfurt die Stiftung Baukultur. Die Stiftung Baukultur wurde ins Stiftungsregister eingetragen und die Satzung am 26. November 2003 genehmigt. 

Der Zweck der Stiftung ist es, die Baukultur zu fördern. Zur Baukultur gehören vor allem Werke der Architektur und der Ingenieurbaukunst sowie die in diesen Werken integrierten besonderen ingenieurtechnischen Leistungen, der Innenarchitektur, der Garten- und Landschaftsarchitektur, der Stadtplanung, der Landesentwicklung, des Ländlichen Raumes, der Dorferneuerung, aber auch einzelne Anlagen und Bauwerke mit besonderer gestalterischer, technischer oder bauhistorischer Bedeutung. Dazu gehört auch die berufliche Fortbildung sowie die Bildung und Erziehung im Sinne der Förderung der Baukultur.

Der Stiftungszweck wird verwirklicht durch öffentliche Veranstaltungen zur Förderung der Baukultur, Forschungsvorhaben, die öffentliche Auslobung von Preisen im Sinne von §52 Abs. 1 AO, die Förderung des beruflichen Nachwuchses, wissenschaftliche Veranstaltungen an den Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die Herausgabe von Publikationen und Medien zur Förderung der Baukultur, die Aus-, Fort- und Weiterbildung auf den Gebieten der Architektur, des Städtebaues, der Landesentwicklung, des Ländlichen Raumes und des Ingenieurwesens sowie die Förderung von Maßnahmen, welche die Förderung der Baukultur zum Ziel haben.

Der Stiftungsrat tagt mindestens 2x jährlich. Die Zusammensetzung des Stiftungsrates kann unter www.baukultur-thueringen.de eingesehen werden. Präsident der Stiftung ist Prof. Dr. Gerd Zimmermann, Rektor der Bauhaus-Universität Weimar. Errichtet wurde auch eine Arbeitsgruppe „Programm“, die sich aus Vertretern aus Berufsverbänden, aus Kammern und Landesinstitutionen zusammensetzt.

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