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Ende 2008 haben fünf Architektenkammern - Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen - eine Befragung ihrer angestellten Mitglieder zu Tätigkeiten, Gehältern und Arbeitsbedingungen durchgeführt. Zwei grundsätzliche Trends lassen sich beobachten: -
Frauen verdienen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen deutlich schlechter. -
Architekturbüros zahlen im Vergleich zur gewerblichen Wirtschaft oder dem öffentlichen Dienst geringere Gehälter und gewähren weniger Zusatzleistungen Zentrale Aussagen der Analyse der Gehaltsstruktur angestellten Mitglieder der Architektenkammern der Länder: - Arbeitgeber: Rund die Hälfte der befragten Angestellten hat in 2007 in einem Architektur- oder Planungsbüro gearbeitet. In der gewerblichen Wirtschaft waren 23% der Befragten beschäftigt. Gut ein Viertel (26%) befand sich in einem Angestelltenverhältnis im öffentlichen Dienst
- Beruflicher Status: In Architektur- und Planungsbüros sind mehr Angestellte beschäftigt, die ihren Berufsalltag als das selbstständige Ausführen von Tätigkeiten nach Anleitung beschreiben (35%), als in der gewerblichen Wirtschaft (24%) oder im öffentlichen Dienst (28%). Frauen befinden sich häufiger als Männer in beruflichen Positionen, in denen sie Tätigkeiten nach Anleitung ausführen.
- Tätigkeitsschwerpunkte: Angestellte in Architektur- und Planungsbüros sind überwiegend und häufiger als andere im Bereich der Planung und der Bauleitung tätig. Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft wie im öffentlichen Dienst arbeiten häufiger als Angestellte in Architektur- und Planungsbüros in den Bereichen Projektsteuerung, Gebäudeunterhaltung und Bauberatung / Baubetreuung. Bei Angestellten im öffentlichen Dienst liegt häufiger als bei anderen ein Tätigkeitsschwerpunk im Bereich Bauaufsicht / bautechnische Kontrolle.
- Vergütung: Die Vollzeit tätigen Angestellten haben in 2007 durchschnittlich 48.000 Euro verdient. Differenziert nach Art des Arbeitgebers zeigt sich, dass Angestellte in Architektur- und Planungsbüros mit durchschnittlich 41.000 Euro signifikant weniger verdienen als die Angestellten im öffentlichen Dienst (51.000 Euro) bzw. in der gewerblichen Wirtschaft (61.000 Euro).
- Frauen verdienen signifikant weniger als Männer: Im Schnitt verdienen die weiblichen Angestellten 80% des Gehalts ihrer männlichen Kollegen. Das durchschnittliche Bruttojahresgehalt der befragten Frauen liegt bei 41.000 Euro. Die männlichen Angestellten verdienen im Schnitt 51.000 Euro. Dieser Zusammenhang ist in Architektur- und Planungsbüros ebenso festzustellen wie in der gewerblichen Wirtschaft oder dem öffentlichen Dienst. Darüber hinaus gilt dieser Zusammenhang in allen erfassten Bundesländern.
- Zusätzliche Geldleistungen: 24% der Vollzeit tätigen Angestellten erhalten ein 13. Monatsgehalt. Weihnachtsgeld wird knapp einem Drittel (32%) der Vollzeit tätigen Befragten ausgezahlt. 21% bekommen zusätzlich zu ihrem Gehalt Urlaubsgeld. Vermögenswirksame Leistungen erhalten 28% der Vollzeit tätigen Angestellten, 7% geben geldwerte Vorteile an. Erfolgsprämien werden 18% der Vollzeit tätigen Befragten ausgezahlt.
- Angestellte in Architektur- und Planungsbüros erhalten signifikant seltener zusätzliche Geldleistungen als andere Angestellte. Ein 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und Vermögenswirksame Leistungen werden in der gewerblichen Wirtschaft und im öffentlichen Dienst deutlich häufiger gewährt als in Architektur- und Planungsbüros. Weihnachtsgeld erhalten Angestellte im öffentlichen Dienst signifikant häufiger als andere. Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft erhalten signifikant häufiger als andere geldwerte Vorteile sowie Erfolgsprämien.
- Gehaltanpassung: Gut ein Drittel der befragten Angestellten (36%) gibt an, ihr Gehalt werde in regelmäßigen Abständen angepasst. In unregelmäßigen Abständen wird das Gehalt von 43% der Angestellten angepasst. 21% geben an, bei ihnen finde keine Anpassung des Gehalts statt. Differenziert nach Arbeitgeber zeigt sich, dass der Anteil der Angestellten, deren Gehalt in unregelmäßigen Abständen oder gar nicht angepasst wird, in Architektur- und Planungsbüros deutlich höher ausfällt als in der gewerblichen Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst.
- Arbeitsvertrag: 92% der Angestellten haben einen schriftlichen Arbeitsvertrag. Angestellte in Architektur- und Planungsbüros haben signifikant seltener einen schriftlichen Arbeitsvertrag (87%) als Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft (97%) oder im öffentlichen Dienst.
- Arbeitszeit: Die befragten Angestellten arbeiten im Schnitt 38 Stunden pro Woche. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Vollzeittätigen liegt bei 40, die der Teilzeittätigen4 bei 29 Wochenstunden. Differenziert nach Bundesland zeigt sich, dass die teilzeittätigen Angestellten in Berlin im Schnitt deutlich länger arbeiten als ihre teilzeittätigen Kollegen in den übrigen Bundesländern.
- Überstunden: Die deutliche Mehrheit der Befragten (89%) hat in 2007 Überstunden gemacht. Dabei waren Überstunden in Architektur- und Planungsbüros sowie in der gewerblichen Wirtschaft deutlich weiter verbreitet (je 92%) als im öffentlichen Dienst (81%).
- Urlaubstage: Im Schnitt hatten die befragten in 2007 28 Tage Urlaub. Angestellte in Architektur- und Planungsbüros haben durchschnittlich weniger Urlaubstage als Angestellte in der gewerblichen Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst.
- Altersvorsorge: Die am häufigsten genutzte Form der Altersvorsorge ist das Berufsständische Versorgungswerk (92%), gefolgt von der Lebensversicherung / privaten Rentenversicherung (44%). Differenziert nach Arbeitgeber zeigt sich, dass Angestellte in Architektur- und Planungsbüros für ihre Altersvorsorge signifikant häufiger als andere das Berufsständische Versorgungswerk wählen.
- Fortbildung: 62% der Befragten geben an, in 2007 (mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen) Fortbildungsveranstaltungen besucht zu haben. Angestellte aus der gewerblichen Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst sind hierunter deutlich häufiger vertreten als Angestellte aus Architektur- und Planungsbüros
Folgende Untersuchungen sind als pdf-Dateien erhältlich: >> Analyse der Gehaltsstruktur der angestellten Mitglieder der Architektenkammern der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen - Ergebnisse einer Repräsentativbefragung 2008 für das Berichtsjahr 2007 - >> Analyse der Gehaltsstruktur der angestellten Mitglieder der Architektenkammer Baden-Württemberg >> Analyse der Gehaltsstruktur der Architekten / Stadtplaner im Praktikum der Architektenkammer Baden-Württemberg >> Analyse der Gehaltsstruktur der angestellten Mitglieder der Architektenkammer Berlin >> Analyse der Gehaltsstruktur der angestellten Mitglieder der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern (nicht vorhanden) >> Analyse der Gehaltsstruktur der angestellten Mitglieder der Architektenkammer Niedersachsen >> Analyse der Gehaltsstruktur der angestellten Mitglieder der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen >> Analyse der Gehaltsstruktur der beamteten Mitglieder der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen
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