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Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes
Dr. Thomas Welter 01.02.2007
Der neu berechnete Häuserpreisindex, der die Entwicklung der Preise für neu erstelltes, selbst genutztes Wohneigentum in Deutschland widerspiegelt, lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2005 um 0,4% über dem Indexstand des Jahres 2004. Nachdem bereits 2004 ein moderater Anstieg des Häuserpreisindex um 0,2% gegenüber dem Vorjahr zu beobachten war, haben sich somit die Preise für das selbst genutzte, neu gebaute Wohneigentum 2005 erneut erhöht. In den Jahren 2000 bis 2003 waren noch rückläufige Jahresveränderungsraten beim Häuser­preisindex zu beobachten (2003: – 0,6%, 2002: – 0,7%, 2001: – 0,4% gegenüber dem jeweiligen Vorjahr). Im Vergleich zum Indexstand des Jahres 2000 lag der Häuser­preisindex im Jahresdurchschnitt 2005 um 1,1% niedriger.

Die drei Hauptkomponenten des Häuserpreisindex entwickelten sich von 2000 bis 2005 unterschiedlich:

Das Marktsegment des schlüsselfertigen Bauens, also der Erwerb neu erstellter, schlüsselfertiger Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Wohnungen direkt von Bauträgern, entwickelte sich im Zeitraum 2000 bis 2005 ausgeprägt rückläufig und somit erheblich schlechter als der Gesamtmarkt. Die Preise für schlüsselfertig erstellte Wohnneubauten nahmen von 2000 bis 2005 um 9,6% ab. Dies entspricht einem mittleren jährlichen Preisrückgang von knapp 2,0%. Gegenüber 2004 ermäßigten sich die Preise für das schlüsselfertige Bauen im Jahresdurchschnitt 2005 um 0,8%. Der Rückgang der Preise in diesem Sektor hat sich somit nach den kräftigen Preisrückgängen vergangener Jahre (2004: – 2,4%, 2003: – 2,7%, 2002: – 2,6%) im Jahr 2005 deutlich abgeschwächt.

Die Preise für den Eigenbau, also für das klassische, konventionelle Bauen unter Einschaltung eines Architekten und der damit verbundenen Inanspruchnahme einzelner Bauleistungen von Bauunternehmen, stiegen von 2000 bis 2005 um 2,1%. Dabei blieben die Preise für dieses Segment – abgesehen von geringfügig schwankenden unterjährigen Veränderungsraten – bis Ende 2003 unverändert. Erst mit Beginn des Jahres 2004 erhöhten sich die Preise für den Eigenbau – insbesondere infolge stark gestiegener Preise für Stahl sowie für weitere Metallsorten – spürbar (2004 gegenüber 2003: + 1,2%). Gegenüber 2004 nahmen die Preise für den Eigenbau im Jahr 2005 um 0,9% zu.

Für das Marktsegment des Fertigteilhochbaus, das heißt für den Erwerb industriell vorgefertigter, in Teilen an die Baustelle gelieferter und dort endmontierter Fertighäuser, war in der Zeitspanne von 2000 bis 2005 ein stetiger Anstieg der Preise zu beobachten. Die Preise für Fertighäuser erhöhten sich in diesem Zeitraum um 3,9%; dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von nahezu 0,8%. Im Jahresdurch­schnitt 2005 stiegen die Preise für Fertighäuser im Vergleich zu 2004 um 0,7%.

Die Berechnung des Häuserpreisindex für Deutschland (Rechenstand: Dezember 2006) erfolgt im Rahmen eines von Eurostat (Statistisches Amt der Europäischen Gemein­schaften) initiierten Pilotprojektes zur preisstatistischen Erfassung des selbst genutzten Wohneigentums im Zusammenhang mit der Harmonisierung der Verbraucherpreis­indizes in der Europäischen Union (EU). Ziel des Projektes ist die Entwicklung und regelmäßige Berechnung nationaler Häuserpreisindizes in den Mitgliedstaaten der EU. Damit soll die derzeitige Lücke bei den Konsumausgaben der privaten Haushalte im Bereich „Wohnen/Wohnungsnutzung“ im Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) geschlossen werden.

Detaillierte Ergebnisse sowie eine ausführliche Methodenbeschreibung enthält der Aufsatz „Häuserpreisindex – Entwicklungsstand und aktualisierte Ergebnisse“, der in der Zeitschrift „Wirtschaft und Statistik“ in der Dezember-Ausgabe des Jahres 2006 erschienen ist. Den Aufsatz erhalten Sie >> hier.

Weitere Auskünfte erhalten Sie durch das Statistische Bundesamt: Herr Jens Dechent, Telefon: (0611) 75-3440, baupreisstatistik at destatis.de

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