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„Kommen Sie zurück, Deutschland (unsere Baukultur) braucht Sie!“ Mit diesem eindringlichen Appell wandte sich Kulturstaatsministerin Dr. Christina Weiss am 2. Juni 2005 im Bankettsaal des Bundeskanzleramtes an die diesjährigen Träger des Taut-Preises. Anlässlich des fünfjährigen Jubiläums der höchst dotierten Auszeichnung für den begabten Architektennachwuchs hatte Weiss zuvor die besonderen Anforderungen an ein Architekturstudium skizziert: „Neben einer tiefen fachlichen Durchdringung aller nur denkbaren Bauaufgaben ist es vor allem die Breite gestalterischer Erfahrung, die aus einem begabten erst einen guten Architekten macht.“ Deshalb habe die rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2001 erstmalig den Taut-Preis ausgelobt. Die Investition „in die Qualität der gebauten Umwelt“ müsse „in den Köpfen der jungen Architektinnen und Architekten beginnen“. 

BAK-Präsident Prof. Arno Sighart Schmid mahnte ebenfalls ein hohes Ausbildungsniveau an: „Angesichts der zunehmenden Komplexität von gestalterischen, wirtschaftlichen und technischen Anforderungen, die an Architekten gestellt werden, ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung wichtiger denn je.“ Darüber hinaus rief Schmid dazu auf, dem Nachwuchs einen fairen Zugang zu einem erfolgreichen Berufsleben zu ermöglichen: „Den Jungen eine Chance geben heißt unserem Land eine Zukunft geben.“ Obwohl Deutschland genau dies nicht tue, aufgrund der momentanen wirtschaftlichen Lage den Jungen keine Zukunft bieten könne, sehe er seine Zukunft hier, bekannte Alexander Jung, Taut-Preisträger des Jahres 2002, in seinem Gastgrußwort. Letztes Jahr habe er mit zwei Partnern das Büro frankfurterraum gegründet, um seinen Beitrag zum aktuellen Architekturgeschehen in Deutschland zu leisten. Der Taut-Preis habe ihm zuvor ermöglicht, an einem Projekt seiner Wahl mitzuarbeiten, dem neuen Mercedes-Benz Museum des niederländischen UN studios. Dabei habe ihn „vor allem die Umsetzung eines dreidimensionalen Gebildes aus dem Computer in gebaute Materialität“ interessiert: „Architektur nicht nur als digitales Phantom, sondern als Übersetzung in den Maßstab 1:1.“ An die „Polarität zwischen Konzept und Realisation“ knüpfte auch der Architekt Konrad Wohlhage an, als er in seiner Festrede der Frage nachging, was junge Architekten heute brauchen: „Eine Schwierigkeit besteht darin, dass der notwendige Zweifel nach innen immer verdeckt werden muss von einer Selbstsicherheit nach außen. Vom Architekten wird also ein gewisses Maß an ,Größenwahn’ erwartet, etwas, das gleichzeitig ständig an ihm kritisiert wird. Es ist dies eine Art ,integrierter’ Größenwahn, also persönlich und gesellschaftlich gezügelt und nicht pathologisch auffällig, aber dennoch so stark, dass er etwas bewegt.“ Krönender Abschluss der von Dr. Heinrich Wefing, Leitender Feuilletonkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, moderierten Preisverleihung war die Präsentation der Siegerarbeiten durch die Preisträger Dennis Hawner, Holger Hoffmann, Kirstin Schätzel und Bernd Schnoklake. Alle DAB-Leser haben auf den folgenden zwei Seiten die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck von den jahrgangsbesten Architektur-Diplomarbeiten in Deutschland zu verschaffen. Wer noch mehr über den Taut-Preis 2005 erfahren möchte, kann sich schon jetzt auf den September freuen: Dann erscheint eine Broschüre, die die Arbeiten und die Preisverleihung ausführlich dokumentiert.
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