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Im Jahr 2009 ist die Anzahl der Architekten und Stadtplanern in Deutschland nach sechs Jahren moderaten Zuwachs wieder stärker gestiegen. Mit 123.904 eingetragenen Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern haben die Architektenkammern der sechzehn Bundesländer zum 1. 1. 2010 einen neuen Mitgliederrekord erreicht. Die Anzahl der Mitglieder nahm im Saldo (Eintragungen abzüglich Löschungen) gegenüber dem Vorjahr um 2.066 Personen oder 1,7 Prozent zu. Im Vergleich zum deutlich höheren durchschnittlichen Mitgliederwachstum zwischen 1993 und 2003 in Höhe von jährlich 2,9 Prozent hat der seit 2004 abgeflachte Wachstumstrend ein Durchschnitt von 1,2 Prozent erreicht. Einen starken Nettomitgliederzuwachs haben die Architektenkammern in Hamburg und Baden-Württemberg (+4,5 Prozent) erfahren. Ein überdurchschnittlicher Zuwachs fand in Rheinland-Pfalz (+3,2 Prozent), Bayern (+2,6 Prozent) und Berlin (+2,2 Prozent) statt. Die Veränderungsraten in Sachsen-Anhalt (+1,8 Prozent) und Sachsen (+1,6 Prozent) entsprechen dem Durchschnitt. In den Architektenkammern der Länder Bremen (+1,3 Prozent), Brandenburg (+1,0 Prozent), Saarland (+0,9 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (+0,3 Prozent) war der Zuwachs unterdurchschnittlich. Einen Nettomitgliederverlust haben die Architektenkammern in Hessen (-0,4 Prozent), Schleswig-Holstein (-0,5 Prozent), Niedersachsen (-0,8 Prozent), Thüringen (-1,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (-2,6 Prozent) zu verzeichnen. In Deutschland kommt ein Architekt bzw. Stadtplaner auf 662 Einwohner. Damit hat Deutschland im europäischen Vergleich eine hohe Architektendichte. Allerdings sind die Architekten nicht gleichmäßig auf Deutschland verteilt. Die höchsten Architektendichten haben Hamburg mit 438 Einwohnern je Architekt sowie Baden-Württemberg und Berlin (453 und 467). Die niedrigsten Architektendichten finden sich in Sachsen-Anhalt (2.494) und Brandenburg (2.169). Generell ist der Berufsstand in den östlichen Bundesländern nicht so stark vertreten wie im westlichen Teil Deutschlands. Die Architektendichte ist im Westen deutlich höher als in den östlichen Bundesländern. Die saldierte Zunahme der Kammereintragungen gegenüber dem Vorjahr fand mit 1.889 Personen (+1,8 Prozent) fast ausschließlich in den alten Bundesländern statt. Dagegen nahm in den ostdeutschen Architektenkammern die Anzahl der Mitglieder mit einem Nettozuwachs von 177 Personen (+1,2 Prozent) nur gering zu. Die bedeutendste Fachrichtung innerhalb der Architektenschaft stellen mit 86,6 Prozent die Architekten. Als Landschaftsarchitekten betätigen sich 5,6 Prozent der eingetragenen Kammermitglieder, 4,3 Prozent sind als Innenarchitekten und 3,4 Prozent als Stadtplaner tätig. Rund die Hälfte der Architekten und Stadtplaner sind Freiberufler. Der Anteil der beamteten Kammermitglieder geht seit Jahren zurück und beträgt nun 3,1 Prozent. Einen tendenziellen Bedeutungszuwachs erfahren die angestellten Architekten und Stadtplaner. Ihr Anteil liegt bei 44,8 Prozent. Mit 2,9 Prozent nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der gewerblich Tätigen. Gestiegen ist der Anteil der Architektinnen und Stadtplanerinnen. Generell ist die Frauenquote mit 27,2 Prozent im Vergleich zu anderen Freien Berufen niedrig, allerdings hat das relative Gewicht der Architektinnen und Stadtplanerinnen in den letzten Jahren zugenommen. So lag der Anteil der weiblichen Berufsangehörigen Anfang der Neunziger Jahre noch unter zwanzig Prozent. Die Anzahl der Architekten und Stadtplaner in Deutschland wird in den nächsten Jahren moderat weiter zunehmen. Voraussichtlich erst zum Ende des Jahrzehnts wird die Anzahl der eingetragenen Architekten und Stadtplaner zurückgehen. Der Rückgang der Absolventenzahlen und der Studierenden in den letzten Jahren ist hierfür ein Indiz. Auf dem Arbeitsmarkt ist bis zum Ende des Jahrzehnts nicht mit einer Entspannung zu rechnen. Zwar ist die Anzahl der bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten arbeitslosen Architekten und Stadtplaner in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Allerdings gibt es auf dem Arbeitsmarkt für Architekten und Stadtplaner eine beträchtliche Anzahl nicht registrierter Arbeitsloser bzw. sogenannter prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Des Weiteren verfügen gemäß Erwerbstätigenstatistik des Statistischen Bundesamtes rund 350.000 Personen im erwerbsfähigen Alter über einen (Fach-)Hochschulabschluss in den Bereichen Architektur und Stadtplanung. Mehr als die Hälfte dieser Personen sind nicht im Bereich der Architektur tätig. Dies verdeutlicht das große Überangebot an Arbeitskräften.
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