PM 22/16: Klimaschutzplan und Gebäudeeffizienz

PM 22/16: Klimaschutzplan und Gebäudeeffizienz

Berlin, 16.11.2016 - Deutschland braucht Wohnungen in großer Zahl. Die Prognosen sprechen von einem Neubedarf von 400.000 Wohnungen. Insbesondere kostengünstige Wohnungen fehlen. Grund hierfür ist die annähernde Verdopplung der Baukosten im letzten Jahrzehnt. Die Ursache für diesen starken Anstieg der Kosten sind neben den Grundstückspreisen vor allem „politische Kosten“ – einen erheblichen Beitrag leisten erhöhte Anforderungen im Brandschutz, Lärmschutz, die Stellplatzverordnungen, die Grunderwerbssteuer und andere mehr. Im Bereich der Energieeffizienz wird die Bundesbauministerin die Stellschrauben erneut anziehen müssen – mit voraussehbaren Auswirkungen. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte in der vergangenen Woche noch einen Rabatt für die Industrie ausgehandelt – und diesen muss die Bundesumwelt- und Bauministerin nun im Bau wieder „rausholen“. Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK), wies auf die vielfachen Bemühungen der Bundesregierung hin, den kostengünstigen Wohnungsbau anzukurbeln: „Diese weitere Belastung des Bausektors ist sicher alles andere als geeignet, den Bau bezahlbaren Wohnraums zu befördern. Die öffentliche Hand muss nun noch stärker als zuvor Grundstücke zu bezahlbaren Preisen oder besser noch statt Verkauf in Erbpacht oder Erbbaurecht  und am besten gekoppelt an qualitative Ziele, also in Verbindung mit den besten Konzepten, zur Verfügung stellen, um die selbst gesteckten Ziele, die ja sicher auch im Sinne des Bundeswirtschaftsministers sind, umzusetzen“, so Ettinger-Brinckmann. Die finale Fassung des Klimaschutzplans 2050 nennt für dieses Dilemma keine Lösung – eher wolkig ist dort zu lesen, dass notwendige Investitionen vorgenommen werden müssten, „ohne das Wohnen unverhältnismäßig zu verteuern.“ Angesichts der enormen Anstrengungen im Gebäudebereich und den intensiven Beratungen im „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ äußerte sich die BAK-Präsidentin enttäuscht über die nochmals verstärkte Belastung des Bausektors beim Klimaschutz. „Bei der hohen Bedeutung des kostengünstigen Wohnungsbaus ist diese Lastenverschiebung zu Ungunsten des Bausektors besonders schwer nachvollziehbar“, so Ettinger-Brinckmann.

 

 

Die Bundesarchitektenkammer e.V. (BAK) ist ein Zusammenschluss der 16 Länderarchitektenkammern in Deutschland. Sie vertritt auf nationaler und internationaler Ebene die Interessen von über 130.000 Architekten gegenüber Politik und Öffentlichkeit.