Vergabeordnungen regeln die Auftragsvergabe bei öffentlichen Aufträgen

Vergabe freiberuflicher Leistungen

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Öffentliche Auftraggeber vergeben den größten Teil der öffentlichen Aufträge im Bereich der Architektur und Flächenplanung abhängig vom Auftragswert (dieser findet sich in der Vergabeverordnung – VgV) entweder auf Grundlage haushaltsrechtlicher Bestimmungen oder nach der Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF). Das der aktuellen Fassung der VOF (VOF 2009) zu Grunde liegende europäische Recht ist 2014 grundlegend überarbeitet worden, das bis spätestens April 2016 in deutsches Recht umgesetzt werden muss.

 

Leitfaden zur neuen Vergabeverordnung erschienen

Seit dem 18. April 2016 ist die neue Vergabeverordnung (VgV) in Kraft. Sie löste die Vergabeverordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) ab. Die VgV regelt die Vergabe öffentlicher Aufträge an Architekten, Stadtplaner, Innen- und Landschaftsarchitekten.

Die VgV bietet die Chance, Vergabeverfahren effizient durchzuführen sowie die Qualität der Leistung bei der Vergabe stärker zu gewichten. Kleineren und mittleren Unternehmen wird der Zugang zu öffentlichen Aufträgen erleichtert. Der Praxisleitfaden zur Vergabe von Architektenleistungen enthält hierfür Empfehlungen und Grundlagen. Er wurde von den Planerverbänden und den kommunalen Spitzenverbänden gemeinsam erarbeitet. Die Kooperation von Auftraggeber- und Auftragnehmerseite  dokumentiert den gemeinsamen Willen, der großen gesellschaftspolitischen Bedeutung des Bauens bereits im Vergabeverfahren mit einem hohen Anspruch an die Qualität der Planungsleistung gerecht zu werden.

 

Wettbewerbliches Verfahren zum „seriellen Bauen“

Bundesbauministerium (BMUB) und der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW haben gemeinsam mit der Bundesarchitektenkammer und dem Hauptverband der deutschen Bauindustrie ein wettbewerbliches Verfahren zum „Seriellen Bauen“ ausgelobt. Dieses wurde europaweit ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endete am 27.7. Ziel ist es, eine Rahmenvereinbarung über den Neubau mehrgeschossiger Wohngebäude in serieller und modularer Bauweise mit mehreren Bietern oder Bietergemeinschaften aus Planung und Ausführung abzuschließen und die ausgewählten Konzeptentwürfe nach Anpassung an die lokalen Gegebenheiten direkt zu realisieren. Architekten konnten sich im Team mit einem geeigneten ausführenden Unternehmen an diesem Verfahren beteiligten. Nach Auswahl der maximal 15 Teilnehmer erfolgt die Bewertung der Angebote und damit auch der eingereichten Konzeptentwürfe im Dezember 2017 durch ein eigens einberufenes Bewertungsgremium. Dieses setzt sich aus Architekten, Experten der Bau- und Wohnungswirtschaft, Forschung und Vertretern des Bundesbauministeriums zusammen. Allgemeine Hinweise für Architekten finden Sie hier (PDF-Dokument, 194.3 KB). Hinweise für Architekten in Bewerber-/ Bietergemeinschaften zwischen Architekten und bauausführenden Unternehmen finden Sie hier (PDF-Dokument, 217.8 KB) und eine gemeinsame Erklärung von BAK und HDB zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Rahmen des Verfahrens hier (PDF-Dokument, 45 KB).