Generationengerechtigkeit, Demografieanpassung und Inklusion

Inklusiv gestalten - Barrierefrei Bauen Generationengerechtigkeit, Demografieanpassung und Inklusion

Bild mit verschiedenen Symbolen Barrierefreiheit

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Die inklusive Gestaltung von Stadtraum und Wohnungen ist ein wichtiger Beitrag zur eigenständigen Lebensführung von Menschen mit Behinderungen sowie älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern. Um den Beitrag und die Kompetenzen von Architekten und Stadtplanern beim Thema „Inklusive Gesellschaft“ stärker zu verdeutlichen, sowie das Bewusstsein für die Belange behinderter Menschen zu fördern, wird gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele, eine Veranstaltungsreihe durchgeführt.

 

Insgesamt werden vier Regionalkonferenzen (Süd – Nord – West – Ost) mit dem Titel „Inklusiv gestalten – Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung“ ausgerichtet. Mit den Regionalkonferenzen soll das Problembewusstsein insbesondere von Kammermitgliedern für das Thema Barrierefreiheit sowie das Verantwortungsbewusstsein für die Realisierung einer möglichst barrierefreien baulichen Umwelt verstärkt und sensibilisiert werden, sowie innovative, interdisziplinäre und intelligente Planungsansätze aufgezeigt werden. Dazu werden jeweils „Best-Practice-Beispiele“ aus den Bereichen „Wohnen“, „Stadtquartier“ sowie „Freiraum – Freizeitraum“ vorgestellt werden und anschließend in einem Podiumsgespräch zur Diskussion kommen.

 

Die Bundesarchitektenkammer bringt sich in weitere Themen und Initiativen aktiv ein:

  • Aktion "Impulse für den Wohnungsbau"
  • UN-Behindertenrechtskonvention, Fachausschuss "Mobilität, Bauen, Wohnen, Freizeit, gesellschaftliche Teilhabe, Information und Kommunikation"
  • DIN 18040 "Barrierefreies Bauen" DIN Arbeitsausschuss NA 005-01-11
  • Studentenwettbewerb "Altersgerecht Bauen und Wohnen - Barrierefrei, quartiersbezogen, integrativ" in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ

 

4. Regionalkonferenz Ost am 21.04.2017

Am 21.04.2017 hat die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele gemeinsam mit der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern und der BAK die vierte und vorerst letzte Regionalkonferenz "Inklusiv gestalten - Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung" durchgeführt. Die gut besuchte Veranstaltung mit Interessierten aus Architektenschaft, Behindertenverbänden, Politik und Medien wurde erneut von ZDF Sportjournalistin Katrin Müller-Hohenstein moderiert.

 

Der Präsident der Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern, Joachim Brenncke, begrüßte die Teilnehmer und führte aus, dass Architekten und Planer stets für alle Nutzer planen und bauen wollen und ihr Engagement im barrierefreien Bauen mit Baukultur einhergehe. Die Beauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, erläuterte, dass sie als Politikerin viel Überzeugungsarbeit leisten müsse und begrüßte, dass durch die Regionalkonferenzen bereits viele Menschen für das barrierefreie Bauen begeistert werden konnten. Barrierefreiheit sei mehr, als nur die Stufe durch eine Rampe zu ersetzen. Es habe mit Kunst, Kreativität und Mut zu tun. In diesem Sinne verglich sie die Architekten und Planer mit Künstlern, die die Welt ein wenig bunter und barriereärmer machten. 


In ihrem Grußwort sah Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vorrangig die Politik in der Pflicht, um Rahmenbedingungen für bezahlbaren und inklusiven Wohnraum zu schaffen, damit Architekten und Planern mit Kreativität und Fantasie dazu baulichen Lösungen entwickeln können. Eine wichtige Zukunftsaufgabe sei es, Orte zu schaffen, wo alle Menschen gut leben könnten – egal wie alt, ob mit oder ohne Behinderungen, denn Wohnen sei ein Grundbedürfnis des Menschen. Frau Prof. Dr. Elisabeth Wacker ging in ihrem Impulsvortrag auf die Inklusion aus soziologischer Sicht ein und beleuchtete die zahlreichen Facetten auf dem Weg zu einer  inklusiven und zukunftsfähigen Gesellschaft, bei der das Teilhabeversprechen auf allen Ebenen weitgehend einzulösen sei. Dabei war es ihr wichtig, dass sich nicht die Menschen verändern müssen, sondern die Umgebung, so dass sie zu den Menschen passt. Durch die Präsentation von drei gelungenen Beispielen („Best-Practice“) aus den Bereichen Wohnen, Stadtquartier sowie Arbeit und Bildung wurden erneut innovative, interdisziplinäre und intelligente Planungsansätze aus der Praxis gezeigt, die veranschaulichten, welchen Beitrag die Architekten und Stadtplaner zur Inklusion bereits leisten. Aus dem Podiumsgespräch ergab sich, dass in Deutschland bereits viele positive Entwicklungen hin zu einer inklusiven Gesellschaft gesehen werden, aber auch Nachholbedarf besteht. Für Verena Bentele ist es aufgrund der eigenen Erfahrungen wichtig, eine stärkere Bewusstseinsbildung herbeizuführen und dafür zu sensibilisieren, dass Barrierefreiheit ein Gewinn für die ganze Gesellschaft darstellt und Schlüssel für eine gleichberechtigte Teilhabe sei. Sie setzt sich für eine umfassende Verpflichtung zum barrierefreien Bauen sowohl im Neubau als auch im Bestand ein. Wenn Inklusion von Anfang an mitgedacht werde, werde das Bauen ihrer Ansicht nach nicht unbedingt teurer. Zudem sollte in die Ausbildung an den Hochschulen weitergehend Barrierefreiheit und Inklusion aufgenommen werden. Sie sieht zukünftig eine hohe Nachfrage nach barrierefreiem Wohnraum und somit auch einen Markt. Vizepräsident Müller sieht in der Inklusion eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die dafür notwendigen Standards müssten allerdings auch gewollt sein – so z.B. bei Bauherren und Auftraggebern der öffentlichen Hand. Abschließend richtete BAK-Präsidentin Ettinger-Brinckmann ihren herzlichen Dank an die Beteiligten und lobte die gelungene Kooperation zwischen Politik und Berufsstand. Sie freute sich, dass nach vier Veranstaltungen fast 800 Kolleginnen und Kollegen erreicht werden konnten – an Frau Bentele richtete sie den Wunsch, die Zahl der Multiplikatoren weiter zu erhöhen und die Veranstaltungsreihe im Jahr 2018 fortzusetzen.  


Hinweis: Ein Fazit der Regionalkonferenzen wird im Deutschen Architektenblatt (DAB) Ausgabe Juni 2017 im berufspolitischen Teil erscheinen. Im Technikteil dieser Ausgabe werden anhand ausgewählter Best-Practice-Projekte aus den Regionalkonferenzen einige Besonderheiten zur Barrierefreiheit herausarbeitet. Begleitend zu den Regionalkonferenzen und gefördert durch das BMFSFJ wurde von der Architektenkammer Niedersachsen zusammen mit der BAK ein Handlungsleitfaden als Schulungsmaterial für Bauherren entwickelt, der im 2. Quartal 2017 vorgestellt wird.  

 

3. Regionalkonferenz West am 16.03.2017

Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, hat am 16.3.2017 gemeinsam mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und der BAK zur dritten Regionalkonferenz "Inklusiv gestalten - Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung" geladen. Die mit fast 200 interessierten Teilnehmern aus Architektenschaft, Behindertenverbänden, Politik und Medien gut besuchte Veranstaltung wurde von ZDF-Sportjournalistin Katrin Müller-Hohenstein moderiert. Der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Herr Uhing, wies auf den aktuell und künftig hohen Bedarf für barrierefreien Wohnraum hin und betonte, dass Inklusion und Gestaltung kein Widerspruch sei und hier die Architekten und Stadtplaner besonders gefragt seien. Verena Bentele ist aufgrund der eigenen täglichen Erfahrungen wichtig, eine stärkere Bewusstseinsbildung herbeizuführen, dass Barrierefreiheit ein Gewinn für die ganze Gesellschaft darstellt und Schlüssel sei für eine gleichberechtigte Teilhabe. Der Impulsvortrag kam diesmal vom Trendexperten Dr. Gereon Uerz (Arup Foresight, Berlin), der viele Beispiele für technische Umbrüche zeigte, die vorher nicht für möglich gehalten worden waren und heutzutage wie selbstverständlich genutzt würden. Es gebe eine hohe Nachfrage nach Barrierefreiheit, da weltweit jeder 7. Mensch  – ca. 1 Milliarde Menschen – mit einer Behinderung leben. Dr. Uerz sieht im rasanten technischen Fortschritt (Computerentwicklung, Internet der Dinge, Automation) großes Potential für gute Lösungen, die als individuelles Angebot eine verbesserte Teilhabe in der Gesellschaft befördern können. Dass Architekten und Stadtplaner bereits einen wichtigen Beitrag zur Inklusion leisten, wurde anschließend anhand von drei gelungenen Beispielen aus den Bereichen Wohnen, Stadtquartier und Freiraum – Freizeitraum veranschaulicht.

 

Im nachfolgenden Podiumsgespräch wurde über den Stand der Umsetzung einer umfassenden Barrierefreiheit und deren Hemmnisse gesprochen. Hier wurde weiterer  Nachholbedarf etwa bei der Bewusstseinsbildung in der Gesellschaft gesehen. Insbesondere seien noch viele gute Ideen für einen barrierefreien Gebäudebestand nötig. Die Ausbildung an den Hochschulen sollte ebenfalls weitergehend auf kluge, barrierefreie Lösungen ausgerichtet werden. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass es aufgrund der Entwicklung und Altersstruktur in Deutschland künftig eine hohe Nachfrage nach Barrierefreiem Bauen und inklusiven, baulichen sowie stadtplanerischen  Lösungen geben werde. Vizepräsident Müller bedankte sich abschließend bei den Beteiligten und freute sich, dass das Konzept der Regionalkonferenzen nun schon zum dritten Mal einen großen Zuspruch finde.


Die Vorträge stehen auf der Website der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen zur Ansicht bereit: http://www.aknw.de/nc/aktuell/detailansicht/artikel/regionalkonferenz-inklusiv-gestalten-mentale-infrastrukturen-veraendern/

 

2. Regionalkonferenz Nord am 24.01.2017
Am 24.01.2017 hat die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele gemeinsam mit den Architektenkammern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein und der BAK eine zweite Regionalkonferenz "Inklusiv gestalten - Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung" durchgeführt. Fast 250 Interessierte aus Architektenschaft, Behindertenverbänden, Politik und Medien folgten der Einladung – die sehr gut besuchte Veranstaltung wurde von ZDF-Sportjournalistin Katrin Müller-Hohenstein moderiert.
Der Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, Wolfgang Schneider, betonte die Bedeutung von gut gestalteter und geplanter Architektur, die eine bessere Teilhabe aller Menschen im Sinne der Inklusion ermögliche. Der Impulsvortrag kam diesmal von der Trendexpertin und Buchautorin Birgit Gebhardt (Hamburg), die Perspektiven für eine zukunftsfähige Gesellschaft entwickelte und auf Chancen der Digitalisierung insbesondere für den Bereich der Inklusion einging. In einer umfangreich vernetzten und intelligenten Umgebung werde eine neue Kultur des Lebens und Arbeitens analog einer „granulierten Struktur“ möglich sein, in dem viele individuelle Angebote und Hilfen die Inklusion im Sinne einer verbesserten Teilhabe befördern könnten.

Dass Architekten und Stadtplaner bereits einen wichtigen Beitrag zur Inklusion leisten, wurde anschließend anhand von drei gelungenen Beispielen aus den Bereichen Wohnen, Stadtquartier und Freiraum – Freizeitraum veranschaulicht. Aus dem nachfolgenden Podiumsgespräch ergab sich, dass noch ein weiter Weg zu einer inklusiven Gesellschaft zu gehen ist. Verena Bentele betonte die Forderung nach einer umfassenden Verpflichtung zum barrierefreien Bauen sowohl für Neubau als auch im Bestand, um das Bewusstsein in der Gesellschaft dafür zu schärfen und für die Anforderungen der Zukunft gerüstet zu sein. Wenn die Barrierefreiheit von Anfang an mitgedacht werde, werde das Bauen nicht unbedingt teurer. Diese Ansichten bekräftigte auch Petra Wontorra, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen, die dazu ermunterte, das Miteinander zu stärken und mit Betroffenen direkt zu sprechen. Diskussionspunkte waren auch zu lösende Fragestellungen hinsichtlich erhöhter Kosten des barrierefreien Bauens und bauliche Gegebenheiten beim Bestandsbau oder Denkmalschutz. Vizepräsident Müller von der BAK sieht eine gute Entwicklung hin zu einer inklusiven Gesellschaft, die sich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstehe und zu der die Planer – wie anschaulich zu sehen und zu hören war – bereits zukunftsfähige Beiträge leisteten. Eindrücke von der Veranstaltung: hier. (PDF-Dokument, 1.6 MB)
 

1. Regionalkonferenz Süd am 28.11.2016
Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele hat am 28.11.2016 gemeinsam mit der Bayerischen Architektenkammer und der BAK zur ersten Regionalkonferenz "Inklusiv gestalten - Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung" geladen. Angeregt durch den Impulsvortrag von Prof. Dr. Christoph Metzger zum Bauen für die Zukunft und die Präsentation von drei gelungenen Beispielen aus den Bereichen Wohnen, Stadtquartier und Freiraum – Freizeitraum wurden viele Möglichkeiten aufgezeigt. Im anschließenden Podiumsgespräch unter Beteiligung von Irmgard Badura, der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen wurde deutlich, dass in Deutschland im Bereich der Inklusion bereits vieles umgesetzt worden ist, es sei aber noch „Luft nach oben“. Aufgrund der Entwicklung und Altersstruktur in Deutschland wird zukünftig eine hohe Nachfrage beispielsweise im öffentlichen Raum und beim Wohnen im Sinne der Inklusion und des Barrierefreien Bauens gesehen. Dabei sollte die Inklusion im Planen und Bauen von Anfang an mitgedacht werden, damit es nicht später zu unnötigen Kosten kommt. Die Architekten und Planer sind hier die richtigen Ansprechpartner, wenn es für Bauherren an die kompetente Ideenfindung und Umsetzung geht. Durch die Veranstaltung führte Katrin Müller-Hohenstein (ZDF) in gewohnt lockerer weise. Eindrücke von der Veranstaltung: hier. (PDF-Dokument, 2.1 MB)


 

Deutsches Architektenblatt 03/2017 (Bundesteil)
Interview mit Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen,
"Barrieren behindern alle":
http://dabonline.de/2017/03/01/barrieren-behindern-alle-interview-politik-barrierefreiheit-behinderung-handicap-inklusion-slider/

Deutsches Architektenblatt 03/2017 (Regionalteil Mecklenburg-Vorpommern)
Interview mit Martin Müller (Innenarchitekt, Vizepräsident Bundesarchitektenkammer und Vorstandsmitglied AKNW) und Barbara Schlesinger (Architektin, Referatsleiterin BAK) "Inklusiv gestalten - Ideen und gute Beispiele aus Architektur und Stadtplanung" ab Seite 20:
http://www.architektenkammer-mv.de/media/dab-ausgaben-2017/DAB%20MV%2003%2017final.pdf (PDF-Dokument)